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Wichtig: Die gleiche Kulanz wie im Netz

Olaf Jaeschke begrüßt die Gäste beim Info-Abend des AAI. Foto: Stadtmarketing
 
Susanne Robra-Bissantz bei ihrer Präsentation. Foto: Stadtmarketing

Arbeitsausschuss Innenstadt lädt zum ersten Info-Abend des Jahres ein: E-Commerce im stationären Handel nutzen.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 23. Februar 2016.

Braunschweig. Die gute Nachricht gab es gleich vorweg: „Entgegen der allgemeinen Tendenz sind die meisten Händler unserer Region online präsent“, lobte Olaf Jaeschke als stellvertretender Vorsitzender des AAI (Arbeitsausschuss Innenstadt) seine Kollegen. Rund 75 Mitglieder waren zum ersten Info-Abend des Jahres in die Räume der Baugenossenschaft Wiederaufbau gekommen.

Nach dem Lob gab es dann reichlich Ideen und Aufforderungen zum Handeln. Professorin Susanne Robra-Bissantz vom Institut für Wirtschaftsinformatik der TU schwor die Händler geradezu darauf ein, die Chancen des E-Commerce im stationären Handel zu nutzen.
Sieben Regeln gab sie den Gästen an die Hand: 1. Online funktioniert anders als offline, also muss man ganz neu denken, wenn man online einsteigen will. 2. Online und offline gehören für den Kunden zusammen, er ist zufrieden und loyal, wenn beide Kanäle existieren und integriert funktionieren. 3. Der stationäre Handel sollte seine Vorteile, wie die Wiedererkennung von Kunden, nutzen und die Nachteile, wie die riesengroße Produktauswahl im Internet, ausgleichen. 4. Der moderne Kunde, der zumeist Erlebnis-Shopper ist, steht im Fokus und deshalb müssen Einzelhändler mit der Gesellschaft Schritt halten und sich nicht an der Technologie, sondern an den sich verändernden Kundenansprüchen orientieren. 5. Ideen sollten über das Shoppen hinaus realisiert werden – also auch die Zeiträume vorher und nachher müssen betrachtet und einbezogen werden. 6. Einzelhändler sollten den Kunden in seiner Situation überraschen, denn Überraschen ist das neue Verkaufen. 7. Um den Wandel zu meistern, bedarf es Kooperationen und starker Vernetzungen.
Service und Erlebnis würden in Zukunft sehr viel stärker im Fokus stehen, erklärte Robra-Bissantz. Voraussetzung für ein Gelingen sei auf jeden Fall, dass auch im stationären Handel die gleiche Kulanz gelebt werde wie im Internet.
Daneben komme es vor allem auf gute Ideen an. Die Professorin erzählte von Händlergemeinschaften, die gemeinsame Abendessen für ihre Kunden inszenierten, mit Produktpräsentationen und Modenschauen. Oder Läden, in denen die Körpermaße gescannt werden, anschließend könne man auf dem heimischen Computer Kleidung am eigenen „Avatar“ ausprobieren und bei Gefallen im Geschäft anprobieren und kaufen. Oder sich liefern lassen. Beispielsweise könne mit einer Fahrrad-Auslieferung gegen die großen Portale ökologisch gepunktet werden.
AAI-Mitglied und Geschäftsführer der Buchhandlung Graff, Joachim Wrensch, präsentierte das Online-Marketing sowie den Multi-Channel-Verkauf seiner Buchhandlung als gelungenes Beispiel: „1996 waren wir einer der ersten Buchhändler mit eigener Homepage inklusive Webshop. Unser Angebot haben wir stetig weiterentwickelt und ausgebaut und seit Mai 2015 lässt sich sagen, dass wir auf Augenhöhe mit den Großen sind. 2016 erwarten wir einen Online-Umsatz von über einer Million Euro.“
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