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Wenn Kindern die Worte fehlen

„Tag des Sprechens“ am 23. Juni – „Kleine Kinder sollten möglichst wenig fernsehen“.

Von Sascha Senger, 20.06.2012.


Braunschweig. Am 23. Juni ist der „Tag des Sprechens“. „Ein wichtiger Tag“, sagt Dr. Hajo H. Frerichs vom Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Braunschweig. Gerade für kleine Kinder sei zu viel Fernsehkonsum ein großes Problem.

Wissenschaftliche Untersuchungen hätten festgestellt, dass immer mehr Kinder in Kindergärten und der Schule nicht über die körperlichen, sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten früherer Generationen verfügen. Die Gesellschaft habe sich in den vergangenen Jahren durch die vorhandenen audiovisuellen Medien ein neues kulturelles Umfeld geschaffen, doch das habe Folgen. „Schon das mehrstündige tägliche Fernsehen kann für Kinder negative Auswirkungen auf die Wahrnehmungsentwicklung und den kindlichen Spracherwerb haben“, erläutert Frerichs. Selbst altersgerechte Zeichentrickfilme können die Sprachentwicklung beeinträchtigen, da die Zeitgleichheit von akustischen Sprachsignalen und Lippenbewegungen fehle und die Mund- und Gesichtsbewegungen nicht wirklichkeitsgetreu seien. Gleiches gelte für fremdsprachige Filme, bei denen die Hör- und Sehsynchronisation falsch sei.
Anders als im direkten Gespräch zum Beispiel mit der Mutter, in dem Kinder sich Lautbildung und Wörter abschauen, finde eine solche Kommunikation vor dem Fernseher nicht statt, die Kinder würden in eine passive Rolle gedrängt. Dies könne sogar zu Verhaltensstörungen führen. „Kleine Kinder sollten deshalb möglichst wenig fernsehen“, sagt Frerichs.
Um auf die Belange der Kinder aufmerksam zu machen, wird am Sonnabend (23. Juni) der „Tag des Sprechens“ stattfinden. Die Kinder aus Sprachheileinrichtungen und dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte haben das Thema im Vorfeld künstlerisch aufgegriffen, ihre Bilder werden im Landesamt für Soziales, Schillstraße 1, ausgestellt.
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