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Wenn der Perfektionismus im Weg steht

Rapper Mo Trip (l.) im Gespräch mit Szene-Redakteur Falk-Martin Drescher. Foto: Philipp Ziebart

Rapper Mo Trip begeisterte kürzlich im Eulenglück – Im Interview steht er über sein musikalisches Schaffen Rede und Antwort.

Von Falk-Martin Drescher, 15.04.2015.

Braunschweig. Am vergangenen Freitag gastierte Mohamed El Moussaoui alias „MoTrip“ im Eulenglück, lieferte bei der dritten Ausgabe der Löwengebrüll-Partyreihe vor Hunderten Zuschauern eine kraftvolle und sehenswerte Show. Zurzeit arbeitet der Aachener Rapper, der in seiner Musik mit reichlich Wortwitz besticht, an seinem von der Szene sehnlichst erwarteten zweiten Album. Darüber, über die Rap-Szene und den eigenen Anspruch an die Musik sprach er im Interview mit Szene38.

? Warst du vorher schon einmal in Braunschweig?

! Die Stadt ist mit natürlich ein Begriff, allerdings war ich vorher noch nicht hier. Ich kenne Fabian Römer – das ist meine erste Assoziation mit der Stadt. Aber Braunschweig ist echt schön. Das Fachwerk gefällt mir sehr, fühlt sich alles sehr warm an.

? Arbeitest du mit Fabian auch zusammen?

! In meiner ganz frühen Phase des Musikmachens habe ich bereits von ihm gehört. Mit 13 hat er schon Alben herausgebracht, die uns allen – bis heute – ebenbürtig sind. Hut ab. Seit einem halben Jahr stehen wir wieder in Kontakt, auf seinem neuen Album bin ich das einzige Feature. Da habe ich mich echt drüber gefreut. Wir kennen und schätzen uns.

? Du wurdest kürzlich für das bereits ausverkaufte Splash-Festival bestätigt. Sind das besondere Auftritte?

! Der Gig beim Splash ist es auf jeden Fall. Für uns „Kleine“ ist das der größte Auftritt, den du bekommen kannst. Wenn du selbst Stadien füllst, ist es sicherlich eher einer von vielen – für uns ist es schon ganz besonders. Auch das Frauenfeld in der Schweiz ist aus meiner Erfahrung wirklich beeindruckend. Ehrlich gesagt, haben die kleineren Gigs, wie auch der in Braunschweig, einen ganz eigenen Charme. Etwas, was dir Festivals überhaupt nicht geben können.

? Rapper werden schnell in die gleiche Schublade gesteckt. Wie siehst du das?

! Wir neigen ja leider dazu, eher abgeneigt zu reagieren. Richtiger wäre sicherlich, den Leuten mehr Zeit zu geben. Ein Entkommen vom Hip-Hop gibt es ohnehin nicht, ich denke nicht, dass irgendwelche Spießer noch einmal diese Musik wegreden können. Hip-Hop ist Teil unserer Jugend, wir wachsen mit ihr auf. Teilweise sind wir aber durch unsere Geschichten selbst schuld: Rap hatte schließlich auch seine harten Zeiten.

? Man merkt deinen Werken an: Du hast einen hohen Anspruch an deine Musik.

! … was aber nichts mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein zu tun hat, wenn die Werke dann erscheinen. Also zu sagen: Das ist jetzt das Nonplusultra. Vielmehr ist es die Unsicherheit, die uns wahrscheinlich allen bekannt ist. Je mehr Augen darauf gerichtet werden, desto mehr denkst du darüber nach. Früher habe ich auch nicht einfach irgendetwas aufgenommen, allerdings fiel es mir noch wesentlich leichter. Es ging wie von selbst. Meine Musik muss nicht jedem auf der Welt gefallen, dafür will ich dahinterstehen können.

? Es gibt Künstler, die bringen ein Album heraus – und würden es ab der ersten Sekunde am liebsten schon wieder ändern …

! … same here. Wäre schön, wenn es nicht so wäre. Das ist mitunter sehr anstrengend. Den Zuhörern zufolge zahlt es sich scheinbar aus. Ich würde trotzdem behaupten, dass man einen Unterschied hört zwischen einem Musiker, der drei Alben in einem Jahr herausgibt und einem mit einem Album in drei Jahren. Manchen Fans ist das egal, viele wissen das zu schätzen. Letztendlich muss man auch sich selbst gerecht werden, sich selbst Rechenschaft ablegen.

? Was hast du dir neben dem neuen Album für dieses Jahr noch vorgenommen?

! Ich würde gerne mit einem großen Künstler auf Tour gehen. Das ist leider noch nicht ganz unter Dach und Fach, deswegen kann ich es noch nicht voller Stolz erzählen. Ich wünsche mir, dass mein Album, das bald erscheinen soll, positiv aufgenommen wird. Auch wenn ich eigentlich gar nicht dafür bin, jedes Jahr ein Album herauszubringen, wünsche ich mir auch selbst, dass es nächstes Mal nicht wieder so lange dauert, und vielleicht an diesem Perfektionismus, der einen dann manchmal aufhält, zu arbeiten.

Das vollständige Interview ist auf www.szene38.de zu finden. Details zu Mo Trip gibt es auf www.motrip.de.
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