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Wenn das Funkgerät dreimal piept

Der Blick auf den oberen Teil des Platzes am Loosteich in Mariental zeigt das Camper-Idyll. Hinter den Kulissen gibt es reichlich viel Arbeit. Foto: Erik Beyen

Hinter den Kulissen eines Campingplatzes gibt es viel zu tun – Die NH schaut einmal genauer hin.

Von Erik Beyen, 16.06.2017.

Mariental. Es piept am Hosenbund von Dieter Melcher. „Gäste“, sagt der erste Platzwart auf dem Campingplatz in Mariental trocken und macht sich auf den Weg zur Rezeption. Immer wenn dort ein Gast auf die Klingel drückt, piept sein Funkgerät dreimal. Und dann lässt Melcher alles stehen und liegen. „Gäste gehen vor“, murmelt er im Aufbruch. Die jüngste Folge der NH-Campingserie hat für etwas Wirbel gesorgt. Von einem fehlenden Pflegekonzept war da die Rede. Grund genug, genauer hinzusehen, was eigentlich hinter den Kulissen eines Campingplatzes abläuft.

Dieter Melcher ist der Stellvertreter von Platzleiterin Bettina Schmidt. Sie ist vormittags auf dem Platz, kümmert sich um Buchungen, Abrechnungen und andere Büroarbeiten. Bis dahin ist das Pensum überschaubar. Doch tatsächlich ist Schmidt Bürokraft, Putzfrau und Seelsorgerin in einer Person. Und so sieht man sie unter anderem nahezu täglich Toilettenbürste, Schrubber, Wischer und Putztuch schwingend in den sanitären Anlagen. Zwischendurch das Tagesgeschäft, sprich Telefonate annehmen, E-Mails beantworten und Gäste betreuen.

Zugegeben: In Mariental hält sich der Publikumsdurchlauf in Grenzen, was den familiären Charakter des Platzes untermauert. Doch diese Tatsache täuscht gerne über das tatsächliche tägliche Arbeitsaufkommen hinweg. Neben Bettina Schmidt sind die Platzwarte Dieter Melcher und Peter Kepp aktiv. Ihre Aufgabe: Pflege der Anlage. Ein gern kritisiertes Thema, und das nicht alleine in Mariental. Die Pflege folgt dem Konzet der Notwendigkeit und gesetzlichen Bestimmungen. Hecken etwa dürften aktuell nicht geschnitten werden, erklärt Peter Kepp. Stattdessen ist er täglich mit dem Rasenmähertraktor unterwegs, während sein Kollege die Motorsense, Harke und anderes Gartengerät bedient. 3,5 Hektar, so groß ist die Anlage in Mariental, haben die beiden zu pflegen, Reparaturen an den sanitären Anlagen, den Gebäuden und kleine Umbauten auf den verschiedenen Stellplätzen kommen da noch hinzu.

Der Campingplatz in Mariental ist kommunal geführt. Im vergangenen Jahr, erklärt Gemeindedirektor Friedrich Rietz in einem Telefonat mit unserer Zeitung, habe er 51 500 Euro an Unterhaltungskosten aufgeworfen. Darin seien etwa Wasser, Strom, Müllabfuhr und Kosten für Reparaturen enthalten. Auf der Einnahmeseite stehen 51 000 Euro in den Büchern, 500 Euro zahlt die Gemeinde Mariental. „Wir sind bestrebt, eine schwarze Null zu schreiben, die Preise für den Aufenthalt unserer Gäste dennoch im Rahmen zu halten“, erklärt Friedrich Rietz. Das könne nur mit Hilfe der Ehrenamtlichen gelingen.

Den größten Teil der Einnahmen generiert die Gemeinde übrigens über die Pacht für Dauercampingplätze. Das sind etwa 30 000 Euro. 21 000 Euro spülen indessen die Urlaubsgäste in die Kasse, die Tendenz ist klar steigend. „Und diesen Trend möchten wir auch fortsetzen, erklärt Rietz.
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