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Wasser – kostbar und gefährdet

Oberbürgermeister Ulrich Markurth und der stellvertretende Propst Peter Kapp lassen sich von Simon Pass (v.l.) einen Becher Wasser spendieren. Foto: André Pause

Interessante Podiumsdiskussionen beim zweiten Schöpfungstag auf dem Kohlmarkt.

Von André Pause, 24.08.2016.

Braunschweig. Mehrere hundert Besucher waren es am Ende, die beim zweiten Braunschweiger Schöpfungstag auf dem Kohlmarkt vorbeischauten, auch wenn der Wettergott auf den letzten Metern kräftig Regen kredenzte.

Organisiert hatte den bunten Samstag mit Podiumsdiskussionen, Informationsständen und diversen kulturellen Darbietungen, ebenso wie die vorausgehende Themenwoche ein Initiativkreis unter dem Label „Braunschweig FAIRsteht“.

Dabei fungiert die Propstei Braunschweig als Veranstalter. Das Feld der interessierten und aktiven Menschen aus den verschiedensten Einrichtungen, die den Schöpfungstag auf die Beine gestellt hat, ist dagegen ein bunter Mix. Vom DGB über das Haus der Kulturen, das Slow Food Convivium bis hin zur Steuerungsgruppe Fairtradestadt konnten verschiedenste Partner gewonnen werden.

Als Leitthema wurde dieses Mal „Wasser“ gewählt. „Vielleicht, weil die erste Veranstaltung im vergangenen Jahr auf dem Altstadtmarkt völlig im Regen untergegangen ist“, erzählt schmunzelnd Peter Kapp, Pfarrer und stellvertretender Propst der Evangelisch-Lutherischen Propstei, um mit ernster Stimme hinzuzufügen: „Wasser ist natürlich eines der ganz großen, immer aktuellen Themen, an dem sich im Grunde alle Probleme der Schöpfung und ihrer Bewahrung und Gefährdung verdeutlichen lassen.“

Anderthalb Milliarden Kubikkilometer Wasser – die Zahl mutet astronomisch an. Doch gerade einmal 3,5 Prozent des Wasservorkommens auf unserem Planeten sind von physiologischer Bedeutung, ergo als Trinkwasser für Mensch und Tier zu gebrauchen.

Der Umgang mit dem überlebenswichtigen Gut war schließlich Thema in zwei Podiumsdiskussionen. Zum Thema „Wasser – zwischen Urelement und Klimawandel“ sprachen unter der Leitung von Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, Professor Joachim Block (DLR Braunschweig) und Professor Andreas Haarstrick (TU Braunschweig, Leichtweiß-Institut), Dr. Helge Wendenburg (Ministerialdirektor BMUB, Berlin) sowie der Wolfenbütteler Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer.

Letzterer mahnte den achtsamen Umgang mit Wasser besonders deutlich an. Auch wenn die Schöpfungsgeschichte nicht als naturwissenschaftlicher Bericht tauge: „Wir können an religiösen Erzählungen ablesen, dass es immer wieder um einen achtsamen Umgang mit Wasser geht. Das in allen Religionen immer Ausgangspunkt. Im Islam ist Wasser beschrieben als öffentliches Gut. Es ist ein heiliges Recht, dass Menschen der Durst gestillt wird. Wenn wir uns darauf verständigen können, müssten wir allerdings doch noch mal über die Privatisierung von Wasser reden. Das wirft ja durchaus soziale und ethische Fragen auf.“

Hofer betonte ausdrücklich, dass Wassermangel eben kein naturbedingtes Schicksal sei, das irgendwie über uns komme, sondern letztlich eine Frage der Verteilung. Die Rolle der Konzerne gehöre für ihn an anderer Stelle noch einmal deutlich diskutiert.

Was jeder Einzelne tun kann, um seinen Teil beizutragen, darüber wurde an einigen der Stände informiert. Die Natur Freunde beispielsweise hatten ein Messgerät aufgebaut, an dem der virtuelle Wasserverbrauch für Lebensmittel eines Supermarkteinkaufes gemessen werden konnte. Im Anschluss an den Test wussten die Teilnehmer, dass für ein Kilo deutsche Tomaten 35 Liter Wasser benötigt werden, für die gleiche Menge Tomaten aus Spanien jedoch 83 Liter. Wenn der Verbraucher diese Zahlen bis zum nächsten Einkauf gespeichert hat, wäre also schon viel gewonnen.

Unterdessen werde schon das Thema für den nächsten Schöpfungstag überlegt, berichtet Peter Kapp. Im Raum stünden derzeit die Begriffe Luft und Müll.
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Maria Heß aus Heidberg-Melverode | 31.08.2016 | 07:51  
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