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Warum Samen bitter schmecken

Achte Staffel der Kinderuni ist wieder ausgebucht – Konzept ist bundesweit erfolgreich.

Von Annette Heinze-Guse, 20.11.11

Braunschweig. „Das mit den Apfelkernen fand ich eigentlich ganz spannend. Ich wusste nicht, dass sie giftig sind“, sagt Lee (8). Die Vorlesung der Kinderuni gestern war seit langem ausgebucht.

„Kinderunis laufen bundesweit gut“, sagt Regina Eckhoff, Pressesprecherin der TU. Einzigartig in Braunschweig sei aber, dass die Eltern getrennt in einem anderen Hörsaal zuhören, nennt Dr. Saskia Frank von der TU ein Erfolgsgeheimnis. Sie organisiert die Veranstaltungen der Kinderuni.
Äpfel, Radieschen und Weintrauben lagen gestern auf dem Tisch vorne im Audimax. Daneben stand ein Strauß bunter Gerbera. „Warum duften Blumen und schmecken Samen bitter?“ hieß das Thema. Schön anschaulich für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Etwa 750 Kinder füllen die Ränge des Audimax. Einige mit Stift und Notizblock vor sich auf dem Schreibbrett. Es ist quirlig, aber laut ist es nicht.
„Ja“, sagt Professor Dirk Selmar vom Institut für Pflanzenbiologie, für diese Vorlesung habe er sich besonders vorbereitet: „Wir mussten das Thema ja quasi übersetzen. Wir haben überlegt, wie wir das einfach ausdrücken, ohne falsch zu werden. Es ist faszinierend, wie begeistert die Kinder sind.“
Der Professor entwickelt das Thema lebendig im Frage-Antwort-Stil. Die kindlichen Hörer melden sich eifrig und äußern sich unbefangen. Sie werden, wenn sie einst studieren, sicher nicht mehr vor Respekt im Hörsaal erstarren.
„Damit sie die Bienen anlocken und sich vermehren können“, lautet die richtige Antwort gleich am Anfang auf die Leitfrage, warum Blumen so gut duften. Dann geht es um die Immobilität von Pflanzen, ihre Bestäubung und die Photosynthese. Zwischendurch gibt der Professor kurze Zusammenfassungen per Powerpoint – fast wie im richtigen Studium.
Die kleinen Studenten notieren Begriffe wie „Alkaloide“, machen sich Skizzen. Da bleibt bestimmt das eine oder andere hängen für den Bio-Unterricht. Vielleicht werden in der Kinderuni ja auch Grundsteine für wissenschaftliche Karrieren gelegt.
Und die Eltern lernen auch etwas dazu. Wer weiß denn noch, dass Pflanzen sich mit Bitterstoffen vor Schädlingen schützen?
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