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Wann bröselt der Beton?

Portalbauwettbewerb: Angehende Ingenieure unterzogen ihre Bauwerke dem Belastungstes.

Von Marion Korth, 10.07.2013

Braunschweig. Die Teilnehmergruppen firmieren unter Namen wie Bolte Beton, Statisch unberechenbar oder Optimale Erhärtung. Studenten verschiedener Ingenieursrichtungen treten alljährlich beim Portalbauwettbewerb gegeneinander an. Da geht’s um Schönheit, vor allem aber um hohe Tragkraft bei geringem Gewicht.

Etwas mehr als einen Monat hatten die angehenden Ingenieure Zeit, ihr Portal zu konstruieren und zu gießen. Bei dieser praktischen Arbeit mit Spaßfaktor war fachübergreifendes Teamwork gefragt.
Außer Beton in allen dafür denkbaren Mischungen erhielten die Studenten im zweiten Semester vier 30 Zentimeter lange Armierungsstäbe. „Biegen, Schweißen, Schneiden, das war alles erlaubt“, sagt Wettbewerbsorganisator Manuel Reichardt. Als Student hat er früher selbst am Wettbewerb teilgenommen. Beton ist zwar hart, aber nur bedingt geeignet für „Zerreißproben“. Von der Konstruktion her hat ein Dreieck zwar die besten Chancen, aber nur, wenn Zugbänder die „Beine“ zusammenhalten. Bleiben Parabel oder Rechteck als mögliche Formen.
Nach vier Wochen Trocknungszeit machte auch das klotzige Betontor der Gruppe Optimale Erhärtung dem Namen alle Ehre: 16 Kilo Kampfgewicht, das war fast Spitzenreiter, auch was die maximale Tragkraft von 85,1 kN (etwa 8,7 Tonnen) anging, war dieses Portal ganz vorn – und kam trotzdem nicht unter die ersten drei. „Die Belastung wird ins Verhältnis mit dem Materialeinsatz gesetzt“, erläutert Reichardt. Das Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz – Fachgebiet Baustoffe – hatte außerhalb der Konkurrenz zwei baugleiche Portale aus unterschiedlichen Betonsorten dem Belastungstest ausgesetzt, wobei der ultrahochfeste Beton mit etwa vier Tonnen Traglast bei 4,2 Kilogramm Eigengewicht beeindruckende Leistungsfähigkeit zeigte.
In der Kategorie „Last/Eigengewicht²“ standen die studentischen Gruppen 1. Bolte Beton & Co. KG mit 18,4 kN Traglast (entspricht ungefähr 1,9 Tonnen) bei 5,7 Kilo Eigengewicht 2. Baumeister 3. Statisch unberechenbar auf dem imaginären Podium.
Nicht nur konstruktiv, auch optisch sollten die Portale etwas hermachen. Ein Parabelportal punktete mit Blätterabdrücken im grün gestrichenen Beton (da waren sichtlich die Umweltingenieure am Werk), ein anderes erinnerte an das Brandenburger Tor im Miniaturformat mit abgespeckter Quadriga in Form eines einzelnen Plastikpferdchens, ein Drittes war einem chinesischen Tempel nachempfunden. Nach dem „Zerstörungswerk“ konnten sich die Studenten trösten – mit Bratwürsten vom Grill oder einem Glas Bier.
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