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Vom Rennboot bis zum Raketenantrieb

Das Känguru mit Raketenantrieb kann am Sonntag beim Braunschweiger Schoduvel bewundert werden. Foto: oh
 
Jürgen Martan und Ann-Christin Waldmann bemalen mit Sofie Schwarzer (v.l.) die letzten Teile für den Schoduvel. Foto: Pause

Gruppe aus Neuerkerode gestaltete gemeinsam mit einem Künstler ihren Karnevalswagen.

Von André Pause, 25.02.2017.

Braunschweig. Die Idee entstand Anfang 2016: „Der Künstler Mathias Rosenbusch, den ich privat schon vorher kannte, hatte schon länger vor, mit behinderten Menschen zu arbeiten“, erzählt Beate Oertel, Leiterin des Berufsbildungsbereiches der Evangelischen Stiftung Neuerkerode.

Und so kam es, dass getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ umgehend beschlossen wurde: Der Künstler baut mit beeinträchtigten Menschen einen Karnevalswagen, bei dem die Themen Mobilität und Inklusion sinnfällig gemacht werden.

„Wir haben dann das erste Treffen organisiert, geschaut, dass man sich begegnet. Allein das war für alle Beteiligten sehr spannend“, berichtet Oertel. Unterstützt wurde sie von den Fachschülern für Heilerziehungspflege. Johannes Vahrmeyer, Lena Diers, Sofie Schwarzer und Anastasia Schäfer haben den gesamten Prozess begleitet.

Ideen sprudelten nur so

Sieben Teilnehmer aus dem Bildungsbereich der Mehrwerk-Werkstatt haben sich letztlich mit ihren Vorstellungen eingebracht. Beim Brainstormings kamen schnell viele Ideen zusammen: „Auf manche wären wir nie gekommen. Es war einfach superspannend und am Ende wurde es eine richtige Symbiose“, schwärmt Timo Riedel, der als Bildungsbegleiter des Berufsbildungsbereiches Ansprechpartner für alle Beteiligten war.
Ob Rennboot, Speedboot, Raketen, Aladins fliegender Teppich – die Vorschläge sprudelten nur so aus den Beteiligten heraus. Neben der Terminfindung sei die eigentliche Herausforderung gewesen, das Kernthema nicht aus den Augen zu verlieren. Auf der anderen Seite sollten sich die Teilnehmer aber auch in ihrem Objekt wiederfinden. „Da musste auch aufgepasst werden, dass man die Vorschläge nicht allzu stark verändert“, so Oertel.
Im Sommer vergangenen Jahres wurde in den Kralenrieder Werkstätten mit den praktischen Arbeiten am Wagen und an den Kostümen begonnen. Künstler Rosenbusch hatte die Ideen der Teilnehmer in 3 D umgesetzt und immer wieder gefragt, ob das so vorstellbar sei, erklärt Beate Oertel, auf deren To-do-Liste parallel die Klärung logistischer Fragen stand: Was ist mit Toiletten, was ist, wenn sich irgendwer beim Umzug wehtut, wer besorgt die Süßigkeiten, und wie viel eigentlich?
„Mein Motto ist immer: lieber langsam und gut organisiert, als ein Schnellschuss, der nach hinten losgeht. Dafür war das Projekt aber ohnehin viel zu groß“, schmunzelt Oertel.

Aufgeregtes Warten

Jetzt sind die allerletzten Vorbereitungen im Gange. Die Teilnehmer bemalen aus Styropor gebastelte Werkzeuge in der Rautheimer Werkstatt der Stiftung. Danach sollte alles bereit sein für den großen Auftritt am Sonntag beim Braunschweiger Schoduvel.
Den fertigen Wagen dominiert übrigens ein Känguru mit einem Raketenantrieb. Ein Maulwurf wurde dem Beuteltier auf den Schwanz gesetzt. Und auch Werkstatthund Tomte wurde nachgebildet, sitzt nun in einem überdimensionalen Rollstuhl.
Externe Wertschätzung für die Leistung aller Beteiligten gab es schon bei der öffentlichen Präsentation des Wagens in der vergangenen Woche. Jetzt fiebern die Aktiven dem großen Straßenumzug entgegen. Den möchte sich selbstverständlich keiner von ihnen entgehen lassen.
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