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Vom Molekül zur Pille: Neues Zentrum soll den Weg abkürzen

TU und Helmholtz-Institut für Infektionsforschung schaffen neue Einrichtung für Systembiologie.

Von Birgit Leute, 30.10.11

Braunschweig. Wenn Infektionen in Zukunft schneller behandelt werden, könnte das auch an „BRICS“ liegen. Die TU und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung brachten die neue Forschungseinrichtung in dieser Woche auf den Weg.

Hinter „BRICS“ verbirgt sich das „Braunschwieger Integrated Centre for Systems Biology“. Einfacher formuliert: Das neue Forschungszentrum will mit Hilfe der Mathematik biologische Abläufe besser vorhersagbar machen. „Das hat Vorteile“, sagt Professor Dieter Jahn, Vorstand des „BRICS“. Beispielsweise könnten komplexe Abläufe per Computer simuliert werden, wo früher Experimente, unter anderem auch Tierversuche, nötig gewesen seien.
„Im Kern ist das ’BRICS‘ Teil einer landesweiten Allianz von Einrichtungen, die alle daran arbeiten, die Wirkstoffentwicklung zu verbessern“, ordnet Jahn ein. Im neu gegründeten Zentrum arbeiten dafür Naturwissenschaftler und Ingenieure Hand in Hand. Die Mathematik soll dabei die Forschungszeit vom Molekül bis zum fertigen Pharmaprodukt verkürzen. „Bis vor wenigen Jahren war das Zukunftsmusik, weil die Rechner die Datenmengen für eine Simulation gar nicht bewältigen konnten“, sagt Professor Jürgen Hesselbach, Präsident der Technischen Universität.
Noch existiert das Zentrum nur auf dem Papier: Hesselbach und Professor Dirk Heinz vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung unterzeichneten diese Woche einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Der Spatenstich ist für das Frühjahr 2013 auf dem Sportplatz am Rebenring vorgesehen.
„Zwischen dem Helmholtz-Zentrum und der TU gab es immer schon eine enge Zusammenarbeit, das ’BRICS‘ sichert die Kooperation jetzt auch formell und macht sie durch das Gebäude weithin sichtbar“, freut sich Heinz.
Die Kosten für den Bau des 3500 Quadratmeter großen Zentrums belaufen sich auf 26 Millionen Euro, eine Hälfte trägt dabei das Land, die andere die Technische Universität.
„Das Zentrum stärkt die Position Niedersachsens im Bereich der Lebenswissenschaften – ein Bereich, in dem international ein starker Wettbewerb herrscht. Und: Es passt gut zum Profil der Wissenschaftsstadt Braunschweig“, betont die niedersächsische Wissenschaftsministerin Professor Johanna Wanka.
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