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Vom Buchladen zum Bauchladen

mmer auf der Suche nach dem Besonderen und mit großer Liebe zu Büchern: Patrick Schmitz (l.) und Stefan Zeuke in ihrem KingKingShop in der Kastanienallee. Fotos: Marion Korth

Der KingKingShop in der Kastanienallee ist eine Fundgrube für alle, die das Besondere suchen.

Von Marion Korth, 22.02.2017.

Braunschweig. Überraschend, genial, geistreich, originell, frech – der KingKingShop in der Kastanienallee steckt voller Überraschungen.

Lakritz mit Chili, Postkarten mit Legokonstruktionszeichnungen, Wurstscheiben aus Pappe als Windspiel-Bausatz, außerdem Bilder, Buttons, Bücher. Mit den Büchern hat alles begonnen und noch immer sind sie das Fundament dieses kunterbunt gemischten „Bauchladens“.

Der Kunde als Entdecker, sozusagen auf großer Fahrt und auf der Suche nach etwas, von dem er vielleicht nicht weiß, was es ist, von dem er aber sicher sein kann, dass es nicht alle haben. Die Ladeninhaber Stefan Zeuke und Patrick Schmitz sind ohne Überheblichkeit das „Maß der Dinge“, Aufnahme ins Sortiment findet nur, was ihnen gefällt oder was sie interessant finden. „Der rote Faden ist: Es sollte schön und originell sein“, sagt Stefan, „95 Prozent der Sachen hier finde ich richtig gut.“ Einheitsmode und Massenware fallen durchs Raster. Das meiste ist handgemacht – mit Liebe, mit Kunstsinn oder beidem. „Wir müssen mehr Produkte ablehnen, als wir aufnehmen“, sagt Stefan. Verkaufen um des Verkaufens willen – nein, bloß nicht. „Wir wollen nur davon leben“, sagt er.

Der KingKingShop geht gerade in sein sechstes Jahr. Die Nische war und ist das Geschäftsfeld, einige Jahre, bevor andere sich auf der Suche nach „ihrer“ Nische gemacht haben. Läden wie Heimatrausch oder Tante Hip – die kamen alle später. In einem früheren Leben, sagt Stefan, sei er Buchbinder gewesen. Ladengründer und Mitinhaber Patrick Schmitz ist fest verwurzelt in Braunschweigs Poetry-Slam-Szene, veranstaltet und moderiert die Dichterwettbewerbe, im KingKingShop machen sie gemeinsame Sache. Patrick, der Grafikdesigner und Comiczeichner, örtliche gesehen mehr im Hintergrund – er sitzt im Nebenzimmer am Computer. Die beiden sind sich einig, wenn es darum geht, besonderen Büchern aus Klein- und Kleinstverlagen ein Podium und einen Verkaufsplatz zu bieten, ohne Zwischenhandel, damit ein Teil des Verdienstes beim Verlag bleibt und bei den Autoren ankommt. Darunter solche Perlen wie „In unsrer Küche wird gedruckt“, ein Buch, das allein beim In-die-Hand-Nehmen Freude macht. Oder die Bücher aus dem Blaulicht-Verlag, der in Helmstedt seine unternehmerische Heimat hat. Oder anspruchsvolle Graphic Novels, von denen Stefan echter Fan ist. Bestseller sucht man dagegen vergeblich, aber Stefan bestellt auf Wunsch auch – der KingKingShop ist in dieser Hinsicht eine Buchhandlung wie andere auch. Aber nur in dieser Hinsicht, denn ein Buchladen, in dessen „Männerecke“ Craft-Bier, Bartwasser und Schnaps zu haben sind, die ist dann doch ganz speziell.
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