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Viel Anerkennung zum Abschied

Friedrich Weber hielt gestern seine letzte Predigt als Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Braunschweig. Das Bischofskreuz und damit die Bürde des Amtes gab er ab. Hübner

Landesbischof Friedrich Weber geht in den Ruhestand – Feierlicher Gottesdienst im Dom.

Von Marion Korth, 27. April 2014, Braunschweig. Ein Mann der (klaren) Worte, ein Mann der Tat, einer, der als wissenschaftlicher Theologe Anerkennung genießt, immer aber auch die Nähe und den Austausch mit Menschen und speziell den Kirchengemeinden suchte: Dieses Bild wurde gestern beim Abschiedsgottesdienst von Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber gezeichnet.

Weber, der am, 31. Mai in den Ruhestand geht, wurde reich beschenkt, allein der zweieinhalbstündige Gottesdienst im Dom strahlte vor Feierlichkeit, Würde und auch Wärme. Die Stuhlreihen waren alle gefüllt. Viel Kirchenprominenz, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann – alle waren gekommen. Stimmliche Glanzpunkte setzte die Jugendkantorei der Verabschiedung auf. Domkantor Gerd-Peter Münden hatte eigens für den Tag den Psalm „Wie ein guter Hirte sorgst du, Gott, für mich“ vertont.
Vor mehr als 42 Jahren hat Weber als junger, erst 23 Jahre alter Vikar seine Kirchenlaufbahn in Greetsiel begonnen, dorthin wird er jetzt mit seiner Frau ins neu gebaute Haus zurückziehen. „Der Abschied fällt mir nicht leicht, hinter der Arbeit stehen viele menschliche Beziehungen“, sagte er in seiner persönlich gehaltenen Abschiedspredigt. Was ihm selbst als Richtschnur gilt, sagte er auch: „Es muss um Gott gehen, wenn es nur um Gott geht, relativiert sich alles.“ Dies sei auch die Gemeinsamkeit, die die christlichen Kirchen verbinde. Dahinter stünden persönliche Befindlichkeiten und Oberflächliches zurück. Webers Einsatz für die Ökumene hob auch Landesbischof Gerhard Ulrich, Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands hervor. „Du hast nicht geschaut auf das, was trennt, sondern das, was verbindet.“
Umweltminister Stefan Wenzel überbrachte als stellvertretender niedersächsischer Ministerpräsident die Grüße der Landesregierung. Er dankte Weber dafür, dass dieser die Ängste und Besorgnis der Bevölkerung wegen des Atommülls in der Asse aufgegriffen und die Verständigung und den Dialog gesucht habe. Auch sei es mit ein wesentlicher Verdienst Webers, dass heute in Niedersachsen eine Härtefallkommission über das Schicksal von Asylbewerbern wacht, die sonst durch das gesetzliche Raster fallen würden und von Abschiebung bedroht wären.
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