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„Verpflichtung zum Frieden“

Gottesdienst und Friedensgebet: Zehn Jahre nach dem Terror Gedenken an Opfer und Helfer.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 07.09.2011.


Braunschweig. Zentrales Gedenken und Verpflichtung zum Frieden – unter diesem Motto lädt der Dom zum Sonntagsgebet ein.

„Wir müssen unsere Nachbarschaft pflegen, das ist das mindeste, was wir aus dem Terror des 11. September 2001 lernen sollten“, sagt Domprediger Joachim Hempel.
Beim Gedenkgottesdienst am zehnten Jahrestag der Terrorangriffe auf New York und Washington sollen die Opfer, Helfer und Angehörigen im Mittelpunkt stehen. „Erinnerungen brauchen Orte, an denen sie mit Menschen geteilt werden können“, sagt der Domprediger, „in der Katastrophe damals waren Tausende Opfer zu beklagen, und die Helfer der ersten Stunden waren die Helden. Das persönliche Geschick darf in allen offiziellen Erinnerungen niemals vergessen werden.“
Polizei, Feuerwehr, Vertreter vom Technischen Hilfswerk, dem Roten Kreuz, den Johannitern, der Stadt, dem Stadtmarketing sowie zahlreiche Kaufleute werden an dem Gottesdienst teilnehmen. BZ-Chefredakteur Armin Maus und Erster Stadtrat Carsten Lehmann erzählen, wie und wo sie den 11. September damals erlebt haben, und was er für sie verändert hat.
Um 12 Uhr folgt ein Friedens- und Versöhnungsgebet. „Juden, Christen und Muslime werden gemeinsam für den Frieden, Versöhnung und respektvolles Miteinander beten“, kündigt Hempel an.
Mit den Terroranschlägen in Amerika habe sich auch die Welt in Braunschweig verändert. „Breite Bevölkerungsschichten interessieren sich seitdem für den Islam“, sagt Hempel. Mit dem Büro für Migration und dem Ausschuss für Integration sei Braunschweig ein gutes Stück vorangekommen auf dem Weg zu einem Miteinander. Rabbiner und Imame würden in gemeinsamen Foren diskutieren und Wege in die Zukunft suchen. „Das ist schon phänomenal“, sagt Hempel.
Sobald Religionen mit einem absoluten Wahrheitsanspruch auftreten würden, sei Vorsicht geboten. „Das eigenen Lebensprofil Anderen mit Gewalt aufdrücken zu wollen, das gibt es nicht nur im Islam“, sagt Hempel und erinnert an Kreuzzüge, Missionare, Sekten und selbsternannte Götter. Deshalb sei es umso wichtiger, die „Basics“ für möglichst viele Menschen zu schaffen: Nahrung, Bildung, Frieden, Freiheit. „Wenn die Menschen zufrieden sind, haben Extremisten wenig Chancen“, sagt Hempel.
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