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Verdi: Es gibt Spielraum

Die Gewerkschaft will hart blieben und weiter demonstrieren.

Von Birgit Leute, 30. Mai 2015

Braunschweig. „Bislang haben wir keine umfassenden Angebote von den kommunalen Arbeitgebern bekommen“, sagt Sebastian Wertmüller, Chef des Verdi-Bezirks Süd-Ost-Niedersachsen, und macht klar: Die Gewerkschaftler weichen keinen Fußbreit zurück. Von der Gegenseite seien zwar Mitte April Vorschläge gekommen, doch die beträfen nur einzelne Berufsgruppen wie die Kita-Leitungen. „Es geht aber um eine generelle Aufwertung der Erziehungs- und Sozialberufe.“

n einer Mitteilung wies Verdi jüngst auf die gute Finanzlage der öffentlichen Hand hin. „Bund, Länder und Gemeinden werden bis zum Jahr 2019 insgesamt 38 Millionen Euro mehr einnehmen als bisher geplant, etwa acht Millionen zusätzlich pro Jahr, so die Steuerschätzung. Es sind also Spielräume für die Kommunen zur Finanzierung der Tarifforderung vorhanden“, heißt es dort. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine höhere Eingruppierung der Erzieher und Sozialarbeiter. Im Schnitt würden diese dann zehn Prozent mehr Gehalt bekommen.
Erst in dieser Woche gab es wieder zwei Großdemonstrationen in Hamburg und Frankfurt mit 25 000 Teilnehmern. Auch in Braunschweig gingen Erzieher auf die Straße. Dass betroffene Eltern im Hinblick auf den aktuellen, fast drei Wochen dauernden Streik unwillig werden, kann Wertmüller verstehen. „Auch zwei meiner Kolleginnen sind betroffen. Wir leben nicht in einer anderen Welt“, so der örtliche Verdi-Chef. Doch: Statt auf die Gewerkschaft zu schimpfen, sollten sie mit Erziehern und Politikern reden. „Machen Sie Ihren Einfluss auf Kommunen geltend“, forderte Verdi kürzlich die Eltern auf, Druck auf die kommunalen Arbeitgeberverbände zu machen.
Für nächste Woche sind wieder Demonstrationen geplant. Am 2. Juni ziehen die Streikenden durch Wolfenbüttel. An dem Marsch werden sich auch Erzieher aus Braunschweig und der Region beteiligen.
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