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Unbezahlbar: Die Ehrenamtlichen

„Ohne Ehrenamtliche geht es nicht“, sagen die Lebenshilfe-Mitarbeiterinnen Constanze Lohse (l.) und Dorit Schäfer (2.v.r.), die seit dem 1. August neue Ansprechpartnerin für den Laden ist. Heidi Hosopf (r.) und Christiane Wehner sind zwei von derzeit elf Ehrenamtlichen. Foto: T.A.

Der Lebenshilfe-Secondhand-Laden „Bezahlbar“ ist eine Bereicherung für den Bebelhof – Noch Helfer gesucht.

Von Marion Korth, 14.08.2013

Braunschweig. Der rosa-weiß geringelte Pullover hat gerade eine Abnehmerin gefunden. Auf der Suche nach einem Mantel will die Frau demnächst wieder vorbeischauen. „Bezahlbar“ heißt der Secondhand-Laden, den die Lebenshilfe im Bebelhof betreibt.

Von Ansturm zu sprechen, wäre übertrieben, aber es ist ein Kommen und Gehen. „Der Laden passt gut zu den Bedürfnissen des Viertels“, sagt Constanze Lohse, Leiterin soziale Dienste Süd der Lebenshilfe.
Eine Frau mit Plastiktüte kommt herein, sie hat ihren Kleiderschrank aufgeräumt. Anfangs hatten die Mitarbeiterinnen nur im Freundeskreis für Kleiderspenden geworben. Der Schneeballeffekt hält an. „Die Menschen sehen, wo ihre Sachen hinkommen, und was wir hier nicht verkaufen können, geht in unser Fairkaufhaus“, sagt Constanze Lohse. Außer Kleidung werden auch Bücher oder Hausrat angenommen. Im „Bezahlbar“ darf jeder für wenig Geld einkaufen. Für sich selbst habe sie einmal ein schönes Cocktailkleid gefunden. „Das ist ja das Tolle, das ist eine Tür, durch die alle hinein- und hinausgehen.“ Der Laden überwinde Grenzen, ermögliche Begegnungen.
Verdienen will die Lebenshilfe nichts damit, schön aber wäre es, wenn Ende des Jahres Miete und Energiekosten selbst erwirtschaftet werden können. Das Projekt ist eher ein Aushängeschild, um zu zeigen, dass die Lebenshilfe nicht nur mit Behinderten zu tun hat. Der Laden, der Ende 2012 eröffnet worden ist, scheint gut anzukommen. Das Verhältnis zu den Menschen im Bebelhof ist herzlich. Eine Kundin, die Kuchen für das Verkaufspersonal mitbringt, wo gibt es das sonst? Ein gutes Klima, um auch Behinderte stärker einzubinden. „Das möchten wir gern, das wird kommen“, verspricht Constanze Lohse. Aus der nahen Wohngruppe ist schon jetzt manchmal Unterstützung da, fleißige Helfer, um Sachen zu tragen oder zu fegen.
Rückgrat des Betriebes und damit unbezahlbar, sind jedoch die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Hinter der Kasse sitzt heute Heidi Hosopf, Christiane Wehner kommt zu ihrer Verstärkung. Kunden zu beraten, bei der Suche nach Passendem zu helfen und gleichzeitig noch Säcke voller Neuspenden einsortieren – das ist schlicht zu viel für eine Kraft. „Das ist ein kleiner Laden, wir müssen hier ständig umräumen“, erläutert Lebenshilfe-Mitarbeiterin Kristen Sonnenberg. Das Team aus derzeit elf Ehrenamtlichen sucht deshalb noch Verstärkung. Dann könnten Dienste doppelt besetzt werden und die Verantwortung würde auf mehr Schultern verteilt werden. Ein Nachmittagsdienst in der Woche höre sich zunächst wenig an, aber das sei nicht zu unterschätzen, nach drei Monaten merkt jeder die Verpflichtung, die dahintersteckt. Constanze Lohse ist froh, dass es trotzdem Menschen gibt, auf die absoluter Verlass ist und die ihre privaten Termine um ihren freiwilligen Dienst herumplanen. Dabei muss es gar nicht ein Tag in der Woche sein. Ein oder zweimal im Monat wäre auch schön.
• Wer Spaß am Umgang mit Menschen und Zeit für eine ehrenamtliche Tätigkeit im „Bezahlbar“ hat, möge sich an die Lebenshilfe unter Telefon 4 71 93 65 wenden.
• Seit dem 1. August ist der kleine Laden in der Limbeker Straße 40 immer montags bis freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
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