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Umsetzung dringend erwünscht

Die Studentinnen Franziska Vogtland und Carolin Eichelberger erklären Schulleiterin Christine Lenck-Ackermann und Baudezernent Heinz-Georg Leuer ihren Entwurf. Fotos: André Pause
 
Das Modell von Christian Thorbjörn Schad und Lorenz Tege bildet mit der Dachkonstruktion die Grafik eines startenden Läufers als Sinnbild sportlicher Aktivität.

Architekturstudenten zeigen bis morgen Sporthallenentwürfe in der Aula der Gaußschule.

Von André Pause, 05.02.2014.

Braunschweig. „Sporthalle: Gegenwart und Vision treffen sich“ – unter diesem Claim sind bis zum morgigen Donnerstag (15 bis 19 Uhr) Sporthallenentwürfe von Architekturstudenten der TU Braunschweig in der Aula der Gaußschule zu sehen.

Die alte Halle ist in die Jahre gekommen. Launig und nicht ohne Sarkasmus verweist Schulleiterin Christine Lenck-Ackermann im Rahmen der Vernissage auf den bedauernswerten Zustand des Mitte der 70er Jahre errichteten Gebäudes für Leibesübungen. Hier und da würden Eimer aufgestellt, um das Wasser der undichten Stellen aufzufangen, die Heizung funktioniere nicht eben zuverlässig und so weiter. Der Gipfel der Unzulänglichkeiten: Die Oberstufenschüler des Gymnasiums am Löwenwall werden für den Sportunterricht derzeit einmal quer durch die Stadt geschickt – in die Ilmenaustraße in der Weststadt, berichtet Lenck-Ackermann. Wer diese abenteuerliche Geschichte hört, schließt sich dem Wunsch der Frau ad hoc an: „Braunschweig benötigt weitere Sporthallen, daraus müsste man doch eine Win-win-Situation machen können.“
An der Gaußschule wünscht man sich eine integrative Lösung mit zwei Hallen, einer großen und einer kleineren, für Sport und Mehrzweck. Doch noch während die Besucher die formschönen Modelle der Studenten vor Augen und die Worte Lenck-Ackermanns im Ohr haben, gibt Bauderzernent Heinz-Georg Leuer der baldigen Umsetzung einen abschlägigen Bescheid. „Die Schule hat alles: Die Grünflächen nebenan, die Stadtnähe, da fehlt jetzt wirklich nur noch die Sporthalle“, schwärmt der Mann aus dem Rathaus. Es gebe im Bereich der Sporthallen in Braunschweig viel Bewegung, aber – leider, leider – eben auch viel Bedarf, und im kommenden Paket sei die Halle für die Gaußschule nicht dabei. Dass, wie er schildert, die Zusammenarbeit mit Architekturstudenten der TU an anderer Stelle, beispielsweise beim Bauprojekt Nördliches Ringgebiet, in der Vergangenheit bereits sehr gut funktioniert habe, ist in diesem Fall ein schwacher Trost.
Professor Werner Kaag (Institut für Baukonstruktion im Department Architecture der TU) hofft mit seinen Kollegen Professor Harald Kloft (Tragwerksentwurf) und Professor Carsten Roth (Industriebau und konstruktives Entwerfen) sowie den am sogenannten „konstruktiven Projekt“ beteiligten Studenten, dass sich von der Ausstellung ausgehend ein Bazillus verbreiten möge, „der den Bau der Halle doch noch in den Bereich des Möglichen führt“. Allen studentischen Überlegungen und Gestaltungsideen ging eine Ortsanalyse voraus, deren Ergebnisse sich nun auf verschiedenste Art und Weise in den detailliert durchdachten Entwürfen ausdrücken. Franziska Vogtland und Carolin Eichelberger beispielsweise erweitern den Schulhof und öffnen den Blick zum Löwenwall, indem sie eine Neusetzung des Gebäudes vornehmen. Durch Aufständern ihrer Sporthalle entsteht darüber hinaus ein geschützter Bereich mit Sitzstufen als Raum für Kommunikation. Jennifer Carstens und Tabea Cohrs wiederum haben die runde Form des Löwenwalls in ihrem Entwurf berücksichtigt. Eine Glasfassade soll die einladende Geste betonen.
Auch die anderen Teams haben sich sichtlich Gedanken gemacht. Bei aller Individualität – eines eint die Modelle am Ende doch: Eigentlich sind sie viel zu schade, um nicht eines Tages doch noch umgesetzt zu werden.
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