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Umfassendes Geständnis

Mann schlug mit einem Beil zu – Perspektivlosigkeit als Tatmotiv.

Von Annette Heinze-Guse, 04.03.2012.

Braunschweig. Der mutmaßliche Täter des brutalen Raubüberfalls vor 14 Tagen am Pressehaus hat jetzt ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das berichtete Klaus Ziehe, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Freitag auf Anfrage der nB.

Bei einer mehrstündigen Vernehmung habe der Mann außerdem einen weiteren Überfall auf eine Frau in Hannover zugegeben.
Auch, was die bisher unbekannte Tatwaffe angeht, haben ermittelnde Staatsanwaltschaft und die Polizei jetzt Klarheit. Der 33-Jährige habe in beiden Fällen ein Beil benutzt, sagte Ziehe. Es habe sich im Kofferraum des Wagens des geständigen Mannes befunden.
Im Braunschweiger Fall schlug der Täter dem Opfer mit dem Beil auf den Kopf. Er verletzte die Frau so stark, dass sie weiter in Lebensgefahr schwebt und im Koma liegt. Die Frau des Überfalls in Hannover befinde sich mittlerweile außer Lebensgefahr, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sie habe jedoch bleibende körperliche Schäden erlitten.
In der Vernehmung habe der Geständige deutlich gemacht, dass er sein Opfer vor dem Überfall nicht gekannt habe, sagte Klaus Ziehe. Als Motive für seine Tat habe der Vernommene unter anderem eine Alkoholsucht, zerrüttete Familienverhältnisse sowie persönliche Perspektivlosigkeit genannt.
Die Staatsanwaltschaft hinterfrage weiterhin die besondere Rohheit der Gewalt, sagte der Sprecher. Deshalb werde wohl eine psychiatrische Begutachtung des mutmaßlichen Täters folgen, um weitere Erklärungen für die Tat zu finden und die Schuldfähigkeit des Geständigen zu prüfen. Insofern werden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch mehrere Wochen andauern, sagte Ziehe.
Bei dem Überfall vor zwei Wochen hatte der mutmaßliche Täter eine 53-jährige Frau schwer verletzt, ihre Handtasche und eine Einkaufstasche geraubt. Nach Zeugenhinweisen wurde der Fahrer eines Wagens mit polnischem Kennzeichen verhaftet.
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