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Über Absurditäten des Alltags

LOT-Theater mit neuer experimenteller Idee: Fremde Menschen treffen sich in Gesprächsrunde

Von Birte Probst

Fremde Menschen treffen sich und reden über Fragen wie „Wie lange müssen wir miteinander sprechen, um zu sagen, dass wir uns kennen?“ Skurril? Ja, und das darf es auch sein, sagt Veit Merkle von der Theatergruppe „Turbo Pascal“ über „Hello Braunschweig – eine gesellige Runde“.

Der 28-Jährige wohnt in Hildesheim und wird in den nächsten Tagen dennoch nonstop in Braunschweig unterwegs sein. „Themen suchen und finden“, sagt der Kulturwissenschaftler. Am Sonnabend tritt er mit seiner fünfköpfigen Theatergruppe im LOT-Theater, Kaffeetwete 4 a, auf und lädt alle Braunschweiger ein: „zum absichtslosen Beisammensein und gemeinsamen Nachdenken“.
Wie bitte? Dafür soll ich Eintritt bezahlen? „Ein Konzept steckt schon dahinter“, klärt Merkle auf. Mit Christian Weiß vom LOT-Theater hat er einen Verbündeten gefunden und berichtet begeistert, was hinter dem neuen experimentellen Format steckt.
Es geht um alltägliche Phänomene, um Themen, die vielleicht auch ein wenig absurd sind, und um Fragen, über die wir normalerweise nicht nachdenken. „Warum kennen wir die Lebensgeschichte unseres Bäckers nicht, warum reisen Menschen in fremde Länder, warum legen sich Menschen auf ihren Balkon?“
Nur eine Auswahl der Fragen, über die die Theatergruppe sprechen will. Einfach wird es für die Gäste nicht, schließlich liefern die Veranstalter keine Antworten: „Wir wollen herausfinden, ob wir zusammen besser denken können als allein“, sagt Merkle. Um pure Wissensvermittlung gehe es nicht.
Gäste werden daher auch nicht „gezwungen, sich am Gespräch zu beteiligen, sie können auch einfach nur dasitzen und zuhören“, versichert Weiß. Besonderer Clou: Beginn ist um 19 Uhr, das Ende ist offen. „Es kann drei Stunden dauern, aber auch fünf – je nach Lust und Laune.“
Die Gäste sitzen auch nicht wie sonst auf der Tribüne, sie nehmen Platz auf Sitzkartons auf der Bühne. Dort können sie mit der Theatergruppe ins Gespräch einsteigen, Fragen stellen, Fragen beantworten und der Musik lauschen. Bei Butterbrot und Bier.
Damit nicht alles drunter und drüber geht, gibt es klare Strukturen und eine Dramaturgie. Die bleiben allerdings noch geheim. „Letzte Details entwickeln wir erst in diesen Tagen“, sagt Merkle. Rund 50 Gäste können an dem neuen experimentellen Format teilnehmen. Bei Erfolg wird es zu einer Reihe ausgeweitet.
In Hildesheim war die Theatergruppe bereits erfolgreich mit ihrem Mehrpersonengespräch. Für Braunschweig erhoffen sich Merkle und Weiß viele interessierte Gäste, die sich aufs absichtslose Beisammensein und gemeinsame Nachdenken einlassen. Skurril? Vielleicht ein wenig, aber sicher auch einen Versuch wert.
Karten für „Hello Braunschweig – eine gesellige Runde“ am Sonnabend (24. Mai) um 19 Uhr gibt es für drei Euro unter der Telefonnummer 1 73 53 oder an der Abendkasse. Ein späterer Einlass ist möglich.
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