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Trüffel: Gut gehütet wie Kronjuwelen

Viele, viele Kalorien im neuen Design: Das Traditionsgeschäft Jürgen-Otto Brandes wurde in den vergangenen Jahren gründlich überholt. Fotos (2): Fa. Jürgen-Otto Brandes
 
Juliane Simsch berät heute die Kunden. Foto: T.A.

1955 gründete Jürgen-Otto Brandes seine Confiserie am Steinweg – Traditionsgeschäft wurde jüngst renoviert.

Von Birgit Leute, 30.09.2016.

Braunschweig. Trüffel einfach aus dem Regal nehmen? Undenkbar. Als Jürgen-Otto Brandes vor mehr als 60 Jahren sein Confiseriegeschäft am Steinweg eröffnete, lagen Marzipan, Pralinen, Trüffel und Schokoladentäfelchen wie Kronjuwelen hinter Glas. Gut gehütet von den Verkäuferinnen, die eine Schachtel auf Wunsch über den Tresen reichten. Lang ist’s her. Inzwischen hat sich viel verändert: Seit zwei Jahren lenkt Sohn Joachim Brandes die Geschicke der Firma und hat gründlich Hand an das Interieur und den äußeren Auftritt gelegt. Sein Ziel: Familientradition und moderne Trends erfolgreich unter einen Hut zu bringen.

„Jürgen-Otto Brandes ist das älteste inhabergeführte Fachgeschäft für Süßwaren in Braunschweig“, sagt er stolz. Die Zeiten seien nicht leicht, doch deshalb aufgeben – das komme für ihn nicht infrage. „So lange es geht, mache ich weiter“, sagt Joachim Brandes fest. Sein größter Konkurrent ist sein direkter Nachbar – die Schloss-Arkaden, die immerhin für einen Einbruch von fast 30 Prozent sorgten.

Diese mächtige Konkurrenz musste sein Vater damals nicht fürchten. Der hatte 1955 im wahrsten Sinne des Wortes zur richtigen Zeit den richtigen Riecher: Statt in das Haushaltswarengeschäft seines Vaters am Altstadtmarkt einzusteigen, verlegte er sich auf Süßwaren. Und die waren nach den entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegsjahren heiß gefragt. Bis in die 60er und 70er Jahre hinein expandierte Brandes kontinuierlich, hatte in seine besten Zeiten nicht nur das Geschäft am Steinweg, sondern auch je eines in der Wilhelm-Bode-Straße, am Altstadtmarkt und am Altewiekring.

„Mein Vater lebte für seine Idee, das Geschäft war sein Kind, in das ihm niemand hineinreden konnte – auch seine Familie nicht“, erinnert sich Joachim Brandes. Die Philosophie war einfach und lautete: „Erstklassige Ware zum günstigen Preis.“
Der gewiefte Kaufmann verließ sich nicht allein auf Trüffel & Co. Zeitgleich mit Süßwaren betrieb Brandes auch noch die größte Vorverkaufsstelle für Eintracht-Karten, was im Klartext hieß: Tagsüber verpackte Brandes Trüffel, abends und nachts Karten für Eintrachtspiele.

„Bis zuletzt konnte mein Vater nicht loslassen, ging noch mit mehr als 90 Jahren regelmäßig im Geschäft vorbei“, erinnert sich sein Sohn. 2012 verstarb der Gründer und hinterließ Sohn Joachim eine zwar angesehene, aber doch auch reichlich in die Jahre gekommene Firma.

„Seit den 80er Jahren hatte sich an der Einrichtung praktisch nichts mehr verändert“, erzählt Brandes junior, der in München lebt und von dort aus Regie führt. Er rollte deshalb die Ärmel hoch und möbelte das Geschäft gründlich auf: Neuer Bodenbelag, frische Farbe, edleres Design mit viel Licht und vor allem – ein freigeräumtes Schaufenster.

Was geblieben ist, ist die Philosophie: Noch immer setzt die Firma Jürgen-Otto Brandes auf die großen Namen in der Confiserie. Auf Niederegger, Hachez, Feodora und Sawade aus Berlin.

Und noch immer ist Brandes, Unternehmer in der dritten Generation, stolz, gute Qualität für einen kleinen Preis liefern zu können. Die Stammkunden seien zufrieden, sagt Brandes und könnten – ganz neu – nach Beratung und Einkauf jetzt auch am „Cafépoint“ bei einem Cappuccino ausruhen.
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