Anzeige

„Tagebucheintrag der Welt“

Maike Spiekers Clip von der letzten Love Parade ist Teil eines neuen Films – Wie es dazu kam

. Von Marc Wichert, 10.07.2011

Braunschweig. Der Film „Life in a Day“ ist ein Novum: Produziert wurde er in Hollywood, gefilmt haben ihn 80 000 Menschen aus 192 Ländern. Die Braunschweigerin Maike Spieker gehört dazu.

„Wir lieben Ihren Clip“ stand in der E-Mail, die Maike Spieker im vergangenen Oktober bekam. Noch immer ist sie ganz aufgeregt, wenn sie die Geschichte erzählt.
Ihr Clip, das waren Szenen von der letzten Love Parade in Duisburg, bei der über eine Million Raver zu Technomusik feiern wollten. Es waren zu viele auf zu kleinem Raum. 21 Menschen starben im Gedränge. Maike Spieker war zu Besuch in Duisburg und hatte ihre Kamera dabei. Sie wollte ihren Tag filmen. Das war am 24. Juli 2010.
Zuvor gab es über das Internet-Videoportal Youtube einen Aufruf an Menschen in aller Welt, am 24. Juli irgendetwas aus ihrem Leben zu filmen. Dabei sollte eine der drei Fragen beantwortet werden: Was liebst du? Was hast du in der Tasche? Was fürchtest du?
Maike Spieker liebt Filme, vor allem die eher unkonventionellen. „Ich hatte keine Idee, aber ich wollte da unbedingt mitmachen“, erzählt sie. Ihr Film von der Love Parade entstand zufällig, als sie mit Bekannten in der Duisburger Innenstadt war. „Es war so unglaublich voll überall. Seltsamerweise haben meine Freunde bemerkt, dass etwas in der Luft lag. Ich selber war konzentriert, habe die ganze Zeit gefilmt. Es war so unkoordiniert, überall standen hohe Zäune. Irgendwann kamen wir an eine Polizeisperre, die zur Umkehr aufgefordert hat, weil der Veranstaltungsort überfüllt war. Aber nur auf Deutsch, nicht einmal in Englisch, dabei war es doch eine internationale Veranstaltung“, erzählt sie. Niemand sei der Ansage gefolgt. Sie selber sei mit ihren Bekannten zurück in die Innenstadt gegangen, dort gab es auch DJs, es wurde getanzt, die Stimmung war gut. Bis sie von den Toten hörten. Sie wirkt im Gespräch immer noch ungläubig über diesen Tag, über das Nebeneinander von Freude und Unglück. In der Szene, die für den Film verwendet wurde, sieht man, wie ein blutender Junge in Duisburgs überfüllter Innenstadt in einen Krankenwagen geführt wird, die Tür schließt sich – und daneben tanzen zwei Mädchen im Hasenkostüm.
„Life in a Day“, hergestellt unter anderem von Ridley Scott („Alien“), zusammengeschnitten aus 4500 Stunden Material, ist ein „Tagebucheintrag der ganzen Welt“, wie Maike Spieker den Film nennt. Sie hat den Film bereits gesehen. Zur Europa-Premiere auf der diesjährigen Berlinale. „Wunderschön“ sei er.
Die nB verlost fünfmal zwei Karten für die Vorstellung am Mittwoch (13. Juli) im Universum. E-Mail mit Stichwort „Film“ bis Montag (11. Juli) 13 Uhr an: gewinnspiel@nb-online.de. Der Film beginnt um 21.15 Uhr. Ab 21 Uhr erzählt Maike Spieker im Kino von ihren Eindrücken.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.