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Sylt oder Sansibar, Steak oder Steckrübe?

Um Energie und Lebensstil geht es am Dienstag im Haus der Wissenschaft.

Von Marion Korth, 10. April 2015.

Braunschweig. Was hat der Lebensstil mit Energie zu tun? Eine ganze Menge, sagt Dr. Corinna Fischer. Unsere Art zu leben sprengt jedenfalls die planetaren Grenzen, verbraucht zu viel Energie und Ressourcen, schürt Armut und Ungleichheit. Am Dienstag ist Dr. Corinna Fischer vom Öko-Institut in Freiburg im Energiecafé zu Gast, um Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen, Lebensmuster nachhaltiger zu gestalten. Die nB führte vorab ein kurzes Gespräch mit der Referentin.

Kann der Einzelne denn überhaupt etwas bewirken? „Wenn nur der Einzelne sein Verhalten ändert, dann ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Es geht also um das kollektive Verhalten und die Frage, wie wir daran etwas verändern können“, sagt Fischer, deren Forschungsschwerpunkt nachhaltiger Konsum ist. Verhaltensänderungen passieren nicht über Nacht, sondern entwickeln sich. „Da ist zum einen die Bewegung von unten. Pioniere versuchen etwas Neues“, sagt Fischer und nennt als Beispiele die ersten Windräder, die von Privatleuten installiert worden sind, oder auch die Urban-Gardening-Bewegung. Rahmensetzungen von oben – also die politische Begleitung und Förderung bestimmter Entwicklungen – seien wichtig, um aus der Einzelinitiative eine Massenbewegung zu machen.
Auf die Frage, was unseren Lebensstil so verschwenderisch macht, hat Fischer nicht nur eine Antwort. Fest steht: „Die Heizenergie ist ein ganz großer Brocken.“ Für die Wissenschaftlerin stellt sich die Frage, ob wir tatsächlich so viel Wohnfläche benötigen. Wenn die Kinder erwachsen sind und ausziehen, bleiben oft nur zwei Menschen in einem Einfamilienhaus zurück. Eine entsprechende Wohnbaupolitik könnte Anreize schaffen, in kleinere Wohnungen zu ziehen, Förderprogramme für Wärmedämmung den Energieverbrauch senken. „Auf Flugreisen und sein eigenes Haus möchte niemand gern verzichten“, sagt auch die Wissenschaftlerin. Trotzdem seien viele bereit, etwas zu verändern, zum Beispiel, indem sie vermehrt zu Bio-Produkten greifen oder ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen. „Es wäre viel erreicht, wenn wir unseren Verbrauch von Tierprodukten wie Fleisch, Butter und Käse um mindestens die Hälfte reduzieren.“
• „Energie und Lebensstil“, Vortrag und Gespräch am Dienstag (14. April) ab 18 Uhr im Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11. der Eintritt ist frei.
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