Anzeige

Sven Nagel: „Eigentlich bin ich ein Geschichtenerzähler“

Von Birgit Leute

Braunschweig. Blonde Strähnen, verschmitztes Grinsen – Sven Nagel ist ein Sunnyboy, der gerne auch mal unter die Gürtellinie austeilt. Am vergangenen Wochenende trat der Comedian im ausverkauften Roten Saal des Schlosses auf. Mit der nB sprach er über den Comedy-Betrieb und dänische Würstchen.

? Zwei ausgebuchte Veranstaltungen im Roten Saal – als Star des ehemaligen Braunschweiger Duos „Die Handwerker“ scheint Ihr Auftritt ein Heimspiel gewesen zu sein.

! (Lacht). Das Publikum hat mich wohl nicht vergessen, obwohl ich 2001 nach Köln ging. Die Zeit war mir aber wichtig, damit niemand hier sagt: „Oh Gott, der schon wieder.“

? Sie scheinen in Ihren Sketchen nicht gerade ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Pornostars mit Überbiss, humorlose Lesben – in Ihrer Show „Das Leben nicht persönlich nehmen“ bekommt jeder sein Fett weg. Gibt es dennoch Grenzen?

! Wichtig ist für mich die Reaktion des Publikums. Ich merke, wenn ich ihnen zuviel zumute und gestalte danach mein Programm. Eigentlich bin ich aber ein Geschichtenerzähler, der nicht nur schöne, sondern auch ernste Geschichten erzählt. In meiner neuen Show habe ich sogar den Tod als Thema – ziemlich gewagt für einen Comedy-Abend, aber das Publikum akzeptiert‘s.

? ... manche sind nicht ganz so glücklich über Ihren Humor. Zum Beispiel der RTL-Star Tine Wittler.

! Richtig. Tine Wittler von „Einsatz in vier Wänden“ veranlasste eine einstweilige Verfügung gegen einen Sketch, weil ich sie als „Tine Hitler“ persiflierte. Aber ich habe keine Angst vor negativen Reaktionen.

? Haben Sie Vorbilder?

! Ja, Dieter Hallervorden, Stan Laurel, Woody Allen. Ich liebe ihren zum Teil ans Absurde grenzenden Stil.

? Sie arbeiten auch als Gagschreiber fürs Fernsehen. Wie groß ist der Druck, immer neue Ideen zu haben, immer witzig zu sein.

! Ziemlich groß. Die Comedy-Sendungen bieten eigentlich keine Überraschungen mehr. Ich versuche deshalb, neue Richtungen zu finden – auch in Form von scheinbar sinnlosem Quatsch. Und wenn ich eines Tages keine Ideen mehr habe, na, dann mache ich eben eine dänische Würstchenbude auf. Da muss man flexibel bleiben.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.