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Strukturell erhöhtes Wohlfühlen

Franz Rollinger (Schulleiter), Wolfgang Berkemeier, Helmut Kopecki, Professor E. Jürgen Zöllner, Professor Hermann Veith (alle Jury), Helga Hoffmann (didaktische Leiterin) und Alexander Urban (Geschäftsführer Heidehof Stiftung, v.l.) betrachten Arbeiten von Schülern. Foto: André Pause

Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in der Weststadt ist unter den Top 20 des Deutschen Schulpreises.

Von André Pause, 16.02.2014.
Braunschweig. Außen pfui, innen hui. Während das abrissgeweihte Gebäude der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule beileibe nicht mehr zeitgemäß daherkommt, überzeugt die Weststädter IGS im Wettbewerb um den Schulpreis 2014 mit innovativem Bildungskonzept.

Seit dem Jahr 2006 vergibt die Robert Bosch Stiftung die Auszeichnung gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. 116 Schulen aus ganz Deutschland hatten sich für den aktuellen, mittlerweile achten Durchgang beworben. Nun zählt die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule zu den ausgewählten Top 20. Als Grundlage der Bewertung diente ein umfassendes Bildungsverständnis, welches in sechs Qualitätsbereichen von einer Fachjury geprüft wurde: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution.
Zwei Tage machten sich die Juroren vor Ort bei Unterrichts- und Projektbesuchen, Schulrundgängen und Gesprächen ein Bild von der Schule am Alsterplatz.
Nach den besonderen Stärken der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule befragt, gibt sich die Jurydelegation zunächst ein bisschen bedeckt. Von Tendenzaussagen wird da gesprochen. Genaue Angaben zum Abschneiden dürften halt noch nicht gemacht werden. Professor Hermann Veith wird dann aber doch eine Nuance konkreter: „Wir haben uns gefragt, wie die Schule in einem Viertel mit einer schwierigen sozialen Wohngegend auf die Familien zugeht. Hier, und das ist eine klare Stärke, wurden Mittel und Werkzeuge gefunden.“ Jurykollege Wolfgang Berkemeier ergänzt: „Dadurch sind Strukturen geschaffen worden, die den Wohlfühlfaktor erhöhen. Wir haben hier einen Ordnungsrahmen, in dem man sich gegenseitig wertschätzt und Verantwortung übernimmt.“ Positiv vermerkt haben die Experten außerdem die musischen und künstlerischen Ambitionen der Schule.
Im Kollegium, bei den Schülern und den Eltern sei die Spannung schon im Vorfeld des Besuches hoch gewesen berichten Schulleiter Franz Rollinger und die didaktische Leiterin Helga Hoffmann: „Die Kollegen hatten das Gefühl, sie können zeigen, wer sie sind. Es hat einen Ruck in der Schule gegeben, der letztlich alle erfasst hat.“ Bis zum 27. März wird sich entscheiden, ob die IGS zu jenen 14 Schulen gehört, die an der Preisverleihung im Juni in Berlin teilnehmen. Der Hauptpreis ist mit 100 000 Euro dotiert, fünf weitere Preisträger teilen sich die Summe von 143 000 Euro.
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