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Socken, Pullis, Hosen – säckeweise Hilfe

Die Initiatoren und Ehrenamtlichen des Kleidercenters „Jacke wie Hose“ sind stolz auf ihr Projekt. Eingerichtet wurde es vom Deutschen Roten Kreuz, der Volkshochschule und der Stadt. Foto: Birgit Wiefel
 
Prüfen, sortieren, einräumen: Bis zu 500 Kilo Kleidung landen jede Woche bei „Jacke wie Hose“. Foto: Birgit Wiefel

Kleidercenter „Jacke wie Hose“ wird weitergeführt – Lob für Ehrenamtliche und Spender.

Von Birgit Wiefel, 21. November 2017

Braunschweig. Aus den grauen Säcken quillen immer neue Hosen, Babyjäckchen, Schals und Pullis. Bis zu 500 Kilo Kleidung landen jede Woche auf den Tischen des Kleidercenters „Jacke wie Hose“ in der Petzvalstraße. 15 Helfer sind ständig damit beschäftigt vorzusortieren, einzuräumen, aufzuhängen und wenn nötig zu beraten. Vor eineinhalb Jahren wurde das Kleidercenter in Gliesmarode für Geflüchtete und bedürftige Menschen aus Braunschweig gegründet. Das Projekt von DRK, Volkshochschule und Stadt ist ein Mega-Erfolg, wie anlässlich eines Tags der offenen Tür klar wurde.

Rückblick: Als im Herbst 2015 die Zahl der Geflüchteten sprunghaft anstieg, rief die Stadt zu Spenden auf – und wurde von der Hilfsbereitschaft der Braunschweiger fast überrollt. „Wir brauchten schnellstmöglich eine Lösung“, blickt Christian Blümel, Geschäftsführer des DRK Braunschweig-Salzgitter zurück, denn die Spenden landeten erstmal in der DRK-Kaufbar im östlichen Ringgebiet. Dort war nach kurzer Zeit „Land unter“. „Allein 2015 gingen 90 Tonnen Spenden ein“, nennt Christos Pantazis, Vorsitzender im DRK-Kreisverband, Zahlen.
Schnell und unbürokratisch richteten das DRK, die Volkshochschule und die Stadt deshalb eine professionelle Sammelstelle – das Kleidercenter in der Petzvalstraße ein. Hell, freundlich und aufgeräumt gibt „Jacke wie Hose“ nicht das Bild einer „Kleiderkammer für Arme“, sondern lädt – wie ein Geschäft – zum Stöbern ein. „Das Inventar haben wir von einem Textilhandel übernommen“, erzählt Dieter Esbert, einer der vielen freiwilligen Helfer, die mit den Hauptamtlichen und rund
20 Langzeitarbeitslosen den Betrieb am Laufen halten. Längst packen auch Asylsuchende mit an und helfen ihren Landsleuten.
Geöffnet ist das Center montags bis freitags. Nach Vorzeigen des Flüchtlingsausweises oder Braunschweig Passes kann in Ruhe ausgesucht und anprobiert werden. Allein in diesem Jahr nutzten 10 500 Besucher das Kleidercenter – eine Tatsache, die Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht. „Ich freue mich darüber, wie reibungslos und unproblematisch das Projekt umgesetzt wurde. Trotzdem sollte in einer Stadt wie Braunschweig eigentlich niemand auf diese Hilfe angewiesen sein“, sagte Hanke mit Blick auf die
durchschnittlich 51 Kunden pro Tag.
Geplant war das Projekt bei seiner Gründung erst einmal bis Ende 2017 – doch der Wille, es fortzusetzen, besteht bei allen Partnern. „Wir werden die Räume sicher auch weiterhin zur Verfügung stellen“, versicherte Hanke, die zusammen mit Heike Blümel, Chefin der DRK-Kaufbar, nicht nur den Ehrenamtlichen, sondern auch den Braunschweigern ein dickes Lob zollt. „Die Hilfsbereitschaft ist ungebrochen“, ist Blümel beeindruckt.

INFO

Das Kleidercenter ist Montag bis Donnerstag von
10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 10 bis
12 Uhr geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten können Spenden in den DRK-Kleidercontainern vor dem Gebäude in der Petzvalstraße 50b oder in der DRK-Kaufbar, Helmstedterstraße 135, abgegeben werden.
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2 Kommentare
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 22.11.2017 | 14:19  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 22.11.2017 | 14:33  
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