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Sicherheit geht vor: Mehr Polizei beim Schoduvel

Ein Bild aus ungetrübten Karnevalszeiten: Funkenmariechen Janine Schwieger 2014. Foto: Daniela Nielsen

Nach Köln und nach der Absage im vergangenen Jahr: Konzept für Karnevalsumzug vorgestellt.

Von Marion Korth, 22. Januar 2016.

Braunschweig. Der Schock von damals ist nicht vergessen. Wegen Terrorgefahr war der Karnevalsumzug abgesagt worden. Gestern hat sich die Polizei zur Sicherheitslage vor dem Schoduvel am 7. Februar geäußert. Die gute Nachricht vorweg: Eine konkrete Warnung liegt nicht vor.

Die Leitlinie von Polizeipräsident Michael Pientka „so viel Normalität wie möglich und so viel Sicherheit und Vorsorge wie nötig“ prägt die Planungen des Sicherheitskonzeptes der Polizei. Im Lichte dieser Leitlinie befindet sich die Polizeiinspektion Braunschweig seit Wochen in enger Abstimmung mit der Stadt Braunschweig und dem Veranstalter.
Nach den Ereignissen in Köln und Hamburg in der Silvesternacht scheinen insbesondere die Ängste der Besucherinnen und Besucher zuzunehmen, beim Karnevalsumzug Opfer von Taschendiebstählen oder sexuellen Übergriffen zu werden. Die Polizei hält das für unbegründet, verweist auf die wenigen Handtaschendiebstähle (vier Anzeigen in fünf Jahren) und die ebenfalls geringe Zahl von Beleidigungen mit sexuellem Hintergrund.
Die Sorgen der Bevölkerung würden aber wahrgenommen und im Einsatzkonzept berücksichtigt, sagte Polizeichefin Cordula Müller. Zum Beispiel, in dem sich am Veranstaltungstag besonders viele Polizisten in Zivil unters Volk mischen werden, um Auffälligkeiten schneller erfassen zu können. Außerdem will die Polizei über Facebook einen fortlaufenden „Lagebericht“ geben, in dem Informationen zum Zug gegeben werden, auch, um eventuellen Gerüchten vorzubeugen.
Eine deutliche Warnung ging an alle „Trittbrettfahrer“, die meinen, sich mit einer falschen Bombendrohung oder ähnlichem einen Scherz erlauben zu dürfen. Die Polizei hat so etwas mit im Kalkül. Waffenattrappen, Bombengürtel oder Säbel zu Kostümierung verbieten sich in diesen Zeiten sowieso. Ein offizielles Verbot gibt es nicht, aber den Wunsch der Polizei, die auch so schon genug zu tun haben wird.
In der Vergangenheit hätte sich mehrfach gezeigt, dass es weniger während des Umzuges zu Straftaten kommt, als vielmehr danach, wenn die Menschen noch nach reichlichem Alkoholkonsum durch die Straßen ziehen. Als Masche war zum Beispiel schon im vergangenen Jahr das „Antanzen“ beliebt, um an Geldbörsen oder Handtaschen zu gelangen.
Um eine höchstmögliche Sicherheit während des Schoduvels zu garantieren, kündigte Polizeipräsident Michael Pientka Videoüberwachung, mehr Einsatzkräfte in Uniform und in ziviler Kleidung, konsequentes Vorgehen gegen Störungen sowie eine kontinuierliche Facebookbegleitung mit aktuellen Hinweisen an (Adresse: www.facebook.com/polizeibraunschweig.aktuell/).
Im Bereich des islamistischen Extremismus‘ und Terrorismus‘ bestehe in der gesamten Bundesrepublik eine abstrakt hohe Gefährdungslage, konkrete Hinweise oder Warnungen bestünden nicht. Polizeipräsident Pientka: „Sollte sich an dieser Einschätzung etwas ändern, dürfen die Menschen darauf vertrauen, dass wir angemessen reagieren und sie auch rechtzeitig darüber informieren. Es besteht derzeit kein Grund, ängstlich zu sein. Wir gehen davon aus, dass wir einen bunten und fröhlichen „Schoduvel“ mit vielen Gästen erleben werden!“
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