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Schwere Kost?

Die Journalistin und Buchautorin Hilal Sezgin lebt in einem Haus auf dem Land – mit vielen Tieren. In ihrem neuesten Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit“ lässt die Veganerin ihre Leser an einer philosophischen Auseinandersetzung darüber teilhaben, ob der menschliche Umgang mit Tieren sich moralisch rechtfertigen lässt oder ob wir vielmehr dazu verpflichtet sind, das Verhältnis Tier-Mensch grundsätzlich neu zu überdenken.

So viel sei verraten, mit etlichen „Totschlag-Argumenten“ räumt Hilal Sezgin auf. Etwa, dass Raubtiere in der freien Natur auch andere fressen, um selbst zu überleben, und dies schließlich auch für den Menschen gelten müsste. Aber Moral, so legt sie dar, ist eben keine Frage der Gegenseitigkeit. Wenn andere sich nicht moralisch verhalten, so entbindet mich das nicht der Pflicht, selbst dennoch moralisch zu handeln. An dieser Stelle entspinnt sich ein langer Gedankenfaden über Moral und Verantwortung, über Tradition und neue Wege. Zugegeben stecke ich noch mitten in der Lektüre, habe aber schon viele interessante Denkanstöße daraus gezogen.
Kritiker mögen beklagen, dass sich die Autorin aufgrund ihrer eigenen Persönlichkeit die „Wahrheit“ vielleicht so dreht, wie sie sie gern haben möchte. Gerade aber diese „Holzhammermethode“ finde ich in ihrem Buch nicht. Es ist ein Für und Wider, ein mit sich und gegensätzlichen Thesen ringende Auseinandersetzung. Denken müssen wir schon selbst. Aber es liegt dann doch auf der Hand, dass Moral nicht dort aufhört, wo sie für uns anfängt, unbequem zu werden...
Hier eine Buchbesprechung.
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