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Saure Gurken und gute Geschäfte

Mit Feuerzangenbowle stoßen Dompredigerin Cornelia Götz (v.l.), Bürgermeisterin Friederike Harlfinger und Axel F. Schmidt auf gute Nachbarschaft mit dem Dom beziehungsweise gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Marktbeschickern an. Foto: T.A.

Braunschweiger Weihnachtsmarkt schließt am Montag um 20 Uhr – Bilanz vor dem Endspurt.

Von Marion Korth, 27. Dezember 2014.

Braunschweig. Drei Tage nach Heiligabend, wer kauft denn da noch Tannenbaumschmuck? Mehr Menschen, als man denkt. Und merkwürdigerweise freut sich die junge Verkäuferin am Stand mit dem original Thüringer Christbaumschmuck überhaupt nicht, dass hier die Saure-Gurken-Zeit vorbei ist.

„Die sind leider ausverkauft“, sagt sie bedauernd zu einer Kundin. Der Baumanhänger in Form einer Gewürzgurke ist der Verkaufsschlager. Bestimmt hundert Glasgurken hat sie in den vergangenen Tagen verkauft. In den Vereinigen Staaten werde der „Christmas Pickle“ als angeblich deutsche Tradition versteckt in den Tannenbaum gehängt, wer ihn zuerst entdeckt, bekommt ein Extra-Geschenk oder darf seine Geschenke vor allen anderen auspacken. Ratloses Kopfschütteln bei den Umstehenden am Stand, niemand hier kennt diesen „deutschen Brauch“ – der Beliebtheit der Gurke tut das aber keinen Abbruch.
„Kühl und trocken – heute haben wir Traumwetter, das merken wir sofort an den Besucherzahlen“, sagt Stefan Franz, Vorsitzender des Schaustellerverbandes. Obwohl insgesamt mehr auswärtige Busreisegäste gekommen sind, werde das Vorjahresergebnis wohl nicht ganz erreicht. „Aber wir sind trotzdem sehr zufrieden“, betont er. Sich über das Wetter aufzuregen, bringt sowieso nichts: In diesem Jahr verhagelte Dauerregen ein bisschen die Bilanz, aber dafür gab es keine Zwangspause wegen des Sturms wie im vergangenen Jahr und auch keinen Eisregen.
Die Marktpause über die Weihnachtsfeiertage mache für die Marktbeschicker und ihre Familien alles ein bisschen entspannter. Viele fahren selbst größere Strecken, um Weihnachten zu Hause verbringen zu können, einige Standmitarbeiter gar bis nach Polen. Familie Franz hat es nicht so weit, so richtig besinnlich ist das Fest trotzdem nie. „Wir finden erst jetzt so langsam zur Ruhe“, sagt Stefan Franz.
Für Jürgen Weber, Betreiber des nostalgischen Riesenrads, geht dieser Markt unabhängig von irgendwelchen Besucherzahlen versöhnlich zu Ende: „Unsere Glocke, sie ist 100 Jahre alt, ist wieder aufgetaucht“, sagt er voller Freude. Unbekannte hatten das Familienstück entwendet.

Noch zwei Tage Weihnachtsmarkt
Am 28.Dezember ist der Markt von 11 bis 21 Uhr, am 29. Dezember von 10 bis 20 Uhr geöffnet.
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M D aus Lehndorf-Watenbüttel | 31.12.2014 | 12:12  
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