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„San Diego – das ist vor allem ein Trainingslager“

Gut gelaunt: Special Delivery treten bei der Hip-Hop-WM in San Diego auf. Foto: New Yorker/oh

Special Delivery, Hip-Hopper aus Gifhorn, haben es geschafft: Sie vertreten Deutschland bei den Weltmeisterschaften in San Diego.

Von Falk-Martin Drescher, 05.08.2015.

Gifhorn. Sie gewannen bereits mehrere Meisterschaften, schafften es bei der TV-Show „Got to Dance“ in das Halbfinale, waren Supportact für Künstler wie Bustha Rymes und tanzten auch bei „Pop meets Classic“: Die Streetdance-Gruppe Special Delivery vom Tanzhaus Gifhorn hat sich schon deutlich über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. In dieser Woche vertritt die Crew Deutschland bei den „Hip-Hop International“-Weltmeisterschaften in San Diego. Szene38 hat sich vorab mit der Crew um Initiator Noran Kaufmann unterhalten.

? Noran, Ihr seid mit einer ganz bestimmten Philosophie am Start. Wie würdest Du die beschreiben?


! Wichtig ist, originell zu sein und nichts warm zu machen. Hip-Hop ist eine Kultur, bedeutet nicht nur Tanz, sondern auch ganz viele andere Sachen. Hip-Hop verbindet vor allem auch Menschen. Wer Hip-Hop macht und wer der Hip-Hop-Kultur ehrlich gegenübersteht, sprich authentisch ist, der sorgt dafür, dass diese Kultur auch weitergeteilt wird.


? Wie kam es zu Special Delivery?
! Special Delivery gibt es tatsächlich schon seit 2005. Das war am Anfang meiner Selbstständigkeit, da bin ich durch die Clubs gegangen und habe die Leute angesprochen. Irgendwann waren wir 21 Leute und haben einen Namen gesucht. Dann gab es damals den „Special Delivery“-Remix von P. Diddy. Ich habe den Song geliebt. Special Delivery heißt ja übersetzt spezielle Lieferung – und wir wollen immer speziell abliefern und originell sein.

? Ihr vertretet Deutschland bei der WM in San Diego. Mit welchem Gefühl fahrt Ihr hin?

! Man muss aufpassen, dass man nicht denkt: Wow, San Diego, Aqua World, Hollywood, Los Angeles. Wir müssen denken: Okay, wir fliegen nach L.A. und werden zunächst für eine Woche in einem Trainingslager sein. Natürlich gucken wir auch den Strand an – allerdings eher um zu checken, ob es dort gute Flächen zum Trainieren gibt. Es ist und bleibt Training auf internationalem Level. Wir repräsentieren Deutschland mit den Jungs, das ist natürlich ein Gefühl, das man schwer beschreiben kann.

? Wie bereitet man sich auf so eine WM vor?

! Die Show, die wir jetzt tanzen, die tanzen wir nun seit anderthalb Jahren. Sie hat sich zwischendurch immer wieder verändert, befindet sich in einem Prozess und wird nie fertig sein.

? Rechnet Ihr Euch Chancen aus?

! Uns ist schon bewusst, dass wir auch verlieren können. Die „Hip-Hop International“-Weltmeisterschaften sind einfach das Größte. Wenn man dort den ersten Platz macht, dann kann man direkt bei Jennifer Lopez, Missy Eliot & Co anfangen. Bruce Lee hat mal gesagt: „Ich werde niemals behaupten, die Nummer eins zu sein, aber ich werde auch niemals zugeben, die Nummer zwei zu sein.“

? Wie groß würdet Ihr die Szene in der Region einschätzen?

! Die Szene hier in Braunschweig, bis Hannover, ist ziemlich groß. Du glaubst gar nicht, wie viele gute Gruppen es hier gibt. Es gibt natürlich auch Gruppen, die die Sache einfach nur „just for fun“ machen, was völlig legitim ist. Crew-Kollege Viktor hat mal was Gutes gesagt: Erfolg ist nicht das, was glücklich macht, sondern das, was glücklich macht, bringt Erfolg. Wenn man es nur macht, um erfolgreich zu sein, dann wird das Ego irgendwann im Weg stehen. Alle Leute, die Tanz unterrichten und das weiter bringen, was wir so gerne machen, sind auf unserer Seite.

Das vollständige Interview gibt es auf www.szene38.de. Dort ist auch ein Gewinnspiel für Dance-Crews zu finden.
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