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Psychische Erkrankungen nehmen zu

Ein Trend, den der Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) bestätigt: Psychische Erkrankungen nehmen unter den Arbeitnehmern zu. Grafik: DAK

Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) legt Gesundheitsreport für 2013 vor.

Von Birgit Leute, 08.10.2014.

Braunschweig. Die Deutschen haben sich im vergangenen Jahr wieder häufiger krankgemeldet. „Rasant“ gestiegen seien die Zahlen allerdings nicht, stellte die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) in ihrem jüngsten Gesundheitsreport auch klar. Die Braunschweiger liegen dabei im Bundesdurchschnitt.

Rund vier von hundert Beschäftigten haben sich danach im vergangenen Jahr krankgemeldet. An der Spitze liegen nach wie vor Muskel-, Skelett- und Atemwegserkrankungen. Psychische Erkrankungen haben allerdings deutlich zugenommen und liegen inzwischen auf Platz drei.

„Depressionen und Burn-out stehen mehr und mehr im Fokus von Ärzten und Öffentlichkeit und werden auch wesentlich häufiger diagnostiziert als früher“, stellt Hans-Joachim Hoffrichter, Leiter der DAK Braunschweig, fest. Gründe hierfür seien unter anderem die Überlastung am Arbeitsplatz und eine zunehmende Arbeitsverdichtung – vor allem in den Angestellten-Jobs. „Es gibt in den meisten Betrieben keine ‚Schonarbeitsplätze‘ mehr“, so Hoffrichter. Arbeitsplätze also, auf die sich ältere oder gesundheitlich geschwächte Mitarbeiter zurückziehen könnten, um nicht mehr dem Termindruck ausgesetzt zu sein.

Rush-Hour-Generation

In diesem Zusammenhang stellte die DAK eine Untersuchung vor, die sich speziell mit der „Rush-Hour-Generation“ zwischen 30 und 40 Jahren befasst. „In diesen Jahren ist der Druck besonders hoch, denn neben Heiraten und Kinder kriegen, steht auch noch die Karriere an“, sagt Hoffrichter.

Die gute Nachricht: Viele bewältigen diese Jahre ohne ernste gesundheitliche Folgen. Der Krankenstand, so belegen die Zahlen, ist nicht höher als unter den 15- bis 24-Jährige. Allerdings: Der Schritt zu späteren chronischen Krankheiten wird ebenfalls in diesen Jahren gelegt. „Bereits ab 40 steigen die Fehltage durch Erkrankungen deutlich an“, so der DAK-Geschäftsstellenleiter.
Vor allem berufstätige Eltern mit Kindern würden weniger auf sich achten, weniger Sport treiben und deshalb später größere gesundheitliche Probleme haben. Subjektiv gesehen fühlen sie sich allerdings nicht mehr gestresst als Singles oder Paare ohne Kinder.

„Der Wunsch beides zu haben – Karriere und Kinder – ist immer noch stark. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass eine sichere Partnerschaft und das berufliche Fortkommen wichtig für sie sei“, stellt Hoffrichter fest. Dabei wünschten sie sich von den Unternehmen eine familienfreundlichere Politik wie Teilzeit- oder Gleitzeitarbeit.

„Langfristig müssen sich die Unternehmen letztlich auch mit der Frage beschäftigen, wie sie die Mitarbeiter der Rush-Hour-Generation möglichst lange gesund erhalten, um spätere längere Krankenzeiten zu verhindern“, mahnt Bernd Bitterberg Leiter des DAK-Versorgungsmanagements an. Als positives Beispiel führte er unter anderem die Arbeiterwohlfahrt an.
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