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Polizei-Rätsel bleibt weiter offen

Polizeipräsident Michael Pientka während der gestrigen Pressekonferenz. Foto: Thomas Ammerpohl

Polizeipräsident Pientka gibt Erklärung zu den Vorfällen in der Inspektion Wolfsburg ab.

Von Andreas Konrad, 05.08.2016.

Braunschweig. Was ist in der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt geschehen? Polizeipräsident Michael Pientka wollte gestern kein Licht ins Dunkel bringen, räumte aber Fehler ein. Es sei für ihn persönlich eine „heikle Situation“, da auch gegen ihn im Rahmen eines Disziplinarverfahrens ermittelt werde. Fakt sei aber, dass es weiterführende Informationen gäbe, die auf ein mögliches Fehlverhalten des Leiters der Wolfsburger Polizeiinspektion Hans-Ulrich Podehl gegenüber der Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes Imke Krysta hinwiesen.

„Über ein mögliches Fehlverhalten von Herrn Podehl gegenüber Frau Krysta habe ich am 8. Juni Kenntnis erlangt. Auf ihren Wunsch hin habe ich Frau Krysta am selben Tag von ihren Aufgaben in der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt entbunden. Aufgrund meiner Bewertung der Gesamtumstände zu diesem Zeitpunkt ist Herr Podehl zunächst in seiner Funktion als Dienststellenleiter verblieben. Mit den mir heute vorliegenden Erkenntnissen hätte ich selbst bereits am 8. Juni zu einer anderen Bewertung kommen müssen“, sagte Pientka. Insbesondere bedauere er, dass durch seine Fehleinschätzung Raum für Spekulationen um Imke Krysta entstanden sei und sie letztlich ihren Posten in Wolfsburg verlassen habe, weil Podehl nicht sofort versetzt worden sei. Pientka habe sich bei Krysta in einem Brief persönlich entschuldigt.

Die neuen Erkenntnisse gegen Podehl resultierten aus einem Sachverhalt, der inzwischen dem Innenministerium angezeigt worden sei. Das Innenministerium als oberste Dienststelle ermittelt disziplinarisch gegen Podehl und dessen Vorgesetzten Pientka. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft derzeit die Vorwürfe gegen Podehl aus strafrechtlicher Sicht, hat aber noch kein Verfahren eröffnet. Alle Stellen verwiesen am Freitag auf das laufende Verfahren und gaben keine Informationen, was Podehl konkret vorgeworfen wird. Auch zur Dauer des Verfahrens konnten von keiner Seite Angaben gemacht werden. Podehl ist bis zur Klärung in die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen versetzt, Krysta ist vorläufig an das Landespolizeipräsidium im Innenministerium abgeordnet. „Mein Wunsch ist, dass wir schnell zu einer Lösung kommen, um den Schaden möglichst gering zu halten“, sagte Pientka mit Sorge um den Ruf der Polizei. Solange allerdings niemand Fakten benennt, kann auch Spekulationen nicht begegnet werden.

Die Leitung der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt hat aktuell Gerhard Radeck, Leiter des Polizeikommissariats Helmstedt, übernommen, wird nach dessen Urlaub aber an den Leiter Einsatz der Polizeiinspektion, Oliver Meyer, übergeben. Krystas Posten wird derzeit von ihrem Vertreter Helge Behrens bekleidet.
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