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Polizei geht mit Themenwoche gegen Cybermobbing vor

Zeichen setzen: Auf Facebook diskutieren Braunschweiger Beamte, wie man sich gegen Cybermobbing wehrt. Grafik: Polizei (Foto: Polizei Braunschweig)

Braunschweiger Beamte diskutieren auf ihrem Facebook-Account – Sensibilisierung und konkrete Hilfe

Braunschweig. Hetze und Beleidigungen sind so alt wie die Menschheit. Musste aber ein Pöbler früher zumindest das bisschen Mut haben, seinem Opfer direkt gegenüberzustehen, bietet heute das Internet den Schutz der Anonymität: Nie war es so einfach, andere Menschen in Misskredit zu bringen oder zu verleumden, ohne sich selbst kenntlich zu machen.

Es ist schwer, dem „Cyber-Mobbing“ zu entkommen. Die Polizei Braunschweig spricht von einer neuen Dimension: „Besonders junge Opfer können dem Mobbing praktisch nicht mehr entkommen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, zwölf Monate im Jahr“, weiß Frank Hellwig, Sachbearbeiter Prävention bei der Polizeidirektion Braunschweig. Die Auswirkungen auf die Betroffenen könnten bis zu schwersten Erkrankungen reichen. Am häufigsten werden den Braunschweiger Beamten beleidigende Texte, Fotos, Videos gemeldet. Die Dunkelziffer ist allerdings hoch, nicht jedes Opfer schafft es, den Weg zur Polizei anzutreten. Nach Einschätzung Hellwigs sind übrigens nicht nur die gängigen sozialen Plattformen im Internet Tummelplatz für Täter: Auch über die Messengerdienste wird viel Fieses erzählt und bebildert. Wenn trifft es denn am häufigsten? Hellwig: „Jüngere Menschen sind sicher öfter betroffen, weil sie dem Thema Social Media offener gegenüberstehen und dies auch mehr nutzen. Letztlich zieht sich das Problem aber durch alle Altersklassen.“
Dem will die Braunschweiger Polizei jetzt mit einer ungewöhnlichen Offensive begegnen: Auf Facebook wird ab kommender Woche ein Themenspezial stattfinden, moderiert von Fachleuten der Polizei.

„In einer Pisa-Sonderstudie wurden in Deutschland 10 000 Schüler und Schülerinnen befragt. Fast jeder sechste 15-Jährige war schon einmal Opfer“, hält Frank Hellwig fest: „Das sind mehr als genug Gründe, das Thema dort zu diskutieren, wo Cyber-Mobbing überwiegend stattfindet: in den sozialen Medien.“

Für die Beauftragten für Jugendsachen in den Polizeiinspektionen ist Cybermobbing schon länger ein Schwerpunktthema in Präventionsveranstaltungen.Das Spezial kommende Woche soll sensibilisieren, aber auch Hilfe bieten: Experten, Betroffene, Eltern, Lehrer — alle sind eingeladen, die Seite zu besuchen und dabei mitzuhelfen, das Thema noch mehr als bisher in den Fokus zu stellen und gleichzeitig voneinander zu lernen.


Die Adresse: www.facebook.com/Polizei.Braunschweig/
Die Themenübersicht
Montag: Was ist Cyber-Mobbing?
Dienstag: Cyber-Mobbing aus Opfersicht
Mittwoch: Cyber-Mobbing aus Eltern-/Lehrersicht
Donnerstag: Vom Mitwisser zum Mittäter
Freitag: Links und Ansprechpartner
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