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Patienten und Kosten im Blick

82 Augenärzte stellen in der Region den ambulanten Notdienst sicher. Fachgruppensprecher Dr. Leonhard Geiger untersucht eine Patientin in den neuen Räumen. Klinikum Braunschweig/Scheibe

Augenärztlicher Bereitschaftsdienst zieht ins Klinikum – Ambulante und stationäre Versorgung.

Von Marion Korth, 27.06.2017.

Braunschweig. Dinge gehen manchmal schneller ins Auge, als einem lieb ist – zum Beispiel ein Ast beim Strauchschnitt am Wochenende. Was zunächst als Kleinigkeit erschien, verursacht abends heftige Schmerzen. Und nun? Zum 1. Juli wird der augenärztliche Bereitschaftsdienst von der Augenklinik Dr. Hoffmann an der Wolfenbütteler Straße an den Klinikstandort Salzdahlumer Straße umziehen. Dort werden ambulante und stationäre Behandlung von nun an eng verzahnt.

Kurze Wege und eine jedem Fall angepasst sach- und fachgerechte Behandlung sind zusammengefasst die Vorteile für Patienten und Ärzte. Ende 2015 war bereits der ärztliche Bereitschaftsdienst ins Klinikum gewechselt. Der Bereitschaftsdienst dort ist immer die richtige Anlaufstelle für Menschen mit einer leichteren Verletzung oder Erkrankung, die abends und an Wochenenden, außerhalb der üblichen Arztsprechzeiten, akut werden. In der zentralen Anmeldung des Bereitschaftsdienstes werden die Patienten aufgenommen und – wenn erforderlich – an den entsprechenden Fachkollegen weitergeleitet. Das müsse selbst bei einem Augenleiden aber nicht zwangsläufig ein Augenarzt sein. Eine Bindehautentzündung etwa könne gut auch ein Allgemeinmediziner behandeln, anders sieht es aus, wenn beim Flexen ein Metallsplitter ins Auge geraten ist, erläuterte Dr. Thorsten Kleinschmidt, Vorsitzender des Bezirksausschusses Braunschweig der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Er spricht von „intelligenter Patientensteuerung“, die letztendlich auch Kosten spare.

In der Bereitschaftsdienstpraxis sitzen „sehr erfahrene Kollegen“, die dann entscheiden, ob der augenärztliche Kollege tatsächlich hinzugezogen und in seiner Bereitschaftszeit alarmiert werden muss. Auf dem kleinen Dienstweg sei zudem der fachliche Austausch mit der Augenklinik immer möglich. Erweist sich ein Leiden als schwerwiegend wird der Patient – ohne weitere Transportwege – stationär im Klinikum aufgenommen. Die Nähe von ambulanter und stationärer Notfallversorgung sei Teil eines „intelligenten Konzeptes“, betonte Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Klinikums.

„Es wird für alle einfacher“, sagte auch Dr. Christoph Haedicke. Der Leiter der Notfallaufnahme am Klinikstandort Salzdahlumer Straße hofft auf ein Ende des „Hin und Hers“. In der Vergangenheit sei es immer wieder mal vorgekommen, dass Menschen mit einem Augenproblem, das auf den ersten Blick keiner stationären Behandlung bedurfte, an die Fachkollegen in der Wolfenbütteler Straße verwiesen wurden und von dort – in schlimmeren Fällen – mit einer Einweisung zurück ins Klinikum zur stationären Aufnahme.

Auf etwas längere Sicht sollen alle Notfalldienste an einem Standort zusammengefasst werden, kündigte Dr. Thomas Bartkiewicz an. Kinder werden bislang in der Holwedestraße betreut, haben sie allerdings eine Augenverletzung, sind sie in der Salzdahlumer Straße richtig.

Eine ganz wichtige Botschaft der (Augen)Ärzte zum Schluss: Es sind nicht unbedingt Schmerzen, die auf eine wirkliche Gefahr fürs Auge hinweisen. Ein akuter Sehverlust (dunkle Flecke, Blitze etc.) ist hingegen immer als Alarmzeichen zu werten. Ein Arzt sollte sofort aufgesucht werden.
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