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Ordnung hinter dem Chaos

Fachbereichsleiter Klaus Benscheidt und Kerstin Wöllmer vom städtischen Fachbereich Tiefbau und Verkehr. Foto: Sigrid Schonlau

Die Baustellenplanung ist ein anspruchsvolles logistisches Unterfangen.

Von Sigrid Schonlau, 30.12.2015.

Braunschweig. Güldenstraße, Museumsstraße, Hagenring, wohin man schaut, blinken dem Verkehrsteilnehmer Absperrgitter, Ersatzampeln und Umleitungsschilder entgegen. Und dann reihen sich wie die Baustellen gerne auch die Klagen über die Verkehrsbehinderungen aneinander.

Ganz falsch ist dieser Eindruck nicht: 50 große und rund 1000 kleine Baustellen hatte das städtische Tiefbauamt allein 2014 zu bewältigen. Fachbereichsleiter für Tiefbau und Verkehr Klaus Benscheidt, dem angesichts dieser Herkulesaufgabe eigentlich der Schweiß auf der Stirn stehen müsste, wirkt trotzdem recht entspannt.
Von seinem Büro im Neuen Rathaus hat er den nötigen Rundumblick auf den Verkehr. Von hier schwärmen seine Mitarbeiter täglich aus, um die Belastung durch die Baustellen zu überprüfen. Manchmal steigt er auch selbst ins Auto und kreuzt durch die Stadt. „Sobald wir merken, dass irgendwo etwas zu stark klemmt, versuchen wir so schnell wie möglich nachzubessern“, erklärt er.
Um die vielen parallel laufenden Prozesse zu steuern, arbeitet Benscheidt mit seiner Kollegin Kerstin Wöllmer und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer und dem restlichen Team quasi rund um die Uhr eng zusammen: Auf seinem Tisch liegt ausgebreitet eine Karte der Stadt – aus Wachstuch. Man kann mit dem Kuli darauf herumschreiben und alles wieder abwaschen, wenn eine Störungsquelle, sprich eine Baustelle, erledigt ist. Bei manchen dauert das nur wenige Tage, wie etwa vor kurzem bei der Ausbesserung der Fahrbahndecke an der Kurt-Schuhmacher-Straße. Wenn aber noch Rohre verlegt, Gleise ausgetauscht und Breitbandleitungen eingesetzt werden müssen, kann die Sache dauern.
Benscheidt, der im Ruhrgebiet gelebt hat, findet die Situation in Braunschweig privilegiert. Auch das Gefühl, sich an Ampelanlagen nur mühsam in die Pool-Position der nächsten Grünphase zu schieben, ist aus seiner Sicht ein Luxusproblem. „Da ist man im Pott Anderes gewöhnt“, stellt er fest. Bei der Großbaustelle Hamburger Straße etwa habe man stets darauf geachtet, alternative Zufahrtswege in und aus der Stadt frei zu halten und dafür andere Baustellen, die auch dringlich gewesen wären, aufzuschieben. Inzwischen sind aber die gröbsten Arbeiten erledigt, die alten Rohre ausgetauscht, die Stadt bis zu 99 Prozent mit Breitband ausgestattet. „Das ist deutschlandweit eine einzigartige Quote“, stellt er zufrieden fest.
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