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Online-Journalismus: Worauf es ankommt

Der stellvertretende Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, Thomas Roth (l.), moderierte den Leseabend mit Lokalchef Henning Noske. Foto: André Pause

„Printgrufti“ Henning Noske las und sprach in der Buchhandlung Graff.

Von André Pause, 6. Oktober 2015.

Braunschweig. Humor hat er ja, der Lokalchef der Braunschweiger Zeitung. Henning Noske, Jahrgang 1959, bezeichnet sich gleich zu Beginn seines Leseabends in der Buchhandlung Graff selbst als „Printgrufti“.

Im Juli hat Noske, der auch einen Lehrauftrag für Journalismus an der TU Braunschweig innehat, seinem ersten Buch zur journalistischen Praxis eine zweite Publikation folgen lassen: „Online-Journalismus – Was man wissen und können muss“ ist das neue, im Klartextverlag erschienene Lese- und Lernbuch betitelt.
Die vom stellvertretenden Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, Thomas Roth, moderierte Buchvorstellung vor etwa 50 Besuchern gestaltet der Autor recht kurzweilig. Ausgehend vom Alltag in seiner ersten Redaktion im umgebauten Wohnzimmer schlägt er die Brücke in die digitale Jetztzeit, verdeutlicht er, wie gravierend das Internet seit den 90er-Jahren eben auch die Abläufe in den Schreibstuben verändert hat. Noske beschreibt den aktuellen Scheideweg: Früher privilegiert, kämpfe eine Branche ums Überleben, weil nunmehr jeder der dies möchte, Inhalte produzieren könne, wann, wo und so viel er will.
Dabei ist Noske selbst jemand, der die Neuerungen immer auch als Chance begreift. Der ubiquitäre Kontakt zum Leser, die Interaktion mit ihm, sei doch im Grunde etwas, das „wir uns immer gewünscht haben“. Der selbst ernannte Printgrufti habe diese positive Sicht auf die digitale und in der Konsequenz crossmediale Welt – das räumt er freimütig ein – lernen müssen. Zupass sei ihm in diesem Zusammenhang der Drang seines Chefredakteurs Armin Maus ins Onlinegeschäft gekommen. Als der seinen leitenden Redakteuren nahegelegt habe, sich bei Facebook und Co. zu tummeln, habe dies den inneren Widerstand ebenso zum Erliegen gebracht, wie der Austausch mit seinen Studenten.
Und auch im Bezug auf die Familie denke der Vater von drei Kindern das Internet mittlerweile differenzierter: „Ich habe in jedes Zimmer des Hauses eine Leitung legen lassen. Doch als ich Freundschaftsanfragen verschickt habe, zeigte mir die Brut einfach die kalte Schulter.“ Mittlerweile hätte sich der Nachwuchs mit den Social-Media-Aktivitäten des Papas freilich arrangiert. Klar, die Zeiten ändern sich, und man möchte fast wetten, dass die Leitungen im Hause Noske schon diesem neuartigen Wi-Fi (auch W-Lan genannt) weichen mussten.
„Online-Journalismus – Was man wissen und können muss“, 292 Seiten, Broschur, 17,95 Euro, Klartextverlag, ISBN: 978-3-8375-1237-3
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