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Notfallkarte soll Pflegenden Sicherheit geben

Pflegeberater Matthias Matt entwickelte die Notfallkarte für pflegende Angehörige in der Stadt und im Landkreis Helmstedt.

Pflegeberater Matthias Matt ist überzeugt: Diese Karte wird ein wichtiger Bestandteil zur Entlastung pflegender Angehöriger.

Von Erik Beyen, 27.06.2017.


Velpke/Helmstedt. Etwa 1800 Menschen im Landkreis Helmstedt werden von Angehörigen gepflegt, schätzt der Pflegeberater Matthias Matt aus Velpke. Das seien zwei Drittel aller Pflegebedürftigen. Grund genug für ihn, auch die Pflegenden ein Stück weit für den Notfall abzusichern. Er entwickelte die Notfallkarte für pflegende Angehörige in der Stadt und im Landkreis Helmstedt. Sie soll Ersthelfer im Ernstfall auf einen hilflosen und pflegebedürftigen Menschen hinweisen und verrät auch Name wie Anschrift einer Kontaktperson. Matt ist überzeugt: Diese Karte wird ein wichtiger Bestandteil zur Entlastung pflegender Angehöriger.

Die ambulante Pflege, dazu gehört die Pflege durch Angehörige, hat klar Vorfahrt vor der stationären Pflege, so der Experte. Nur wenige Betroffene nähmen einen Pflegedienst als Hilfe in Anspruch. Matt spricht von einem Drittel. Die Folge: Es entstehe ein enormer Druck, denn auch pflegende Angehörige müssten von Zeit zu Zeit das Haus verlassen. Das täten sie oft nur mit einem schlechten Gewissen, seien angespannt und permanent in Eile. Zumindest gefühlt soll die Notfallkarte für pflegende Angehörige an dieser Stelle ein Stück Sicherheit geben. Sie enthält sowohl die Anschrift der hilfsbedürftigen Person als auch die eines Menschen, den die Ersthelfer informieren sollen.

Die Karte hat keinen offiziellen Charakter. Den benötigt sie auch nicht. Ihr Zweck ist die reine Auskunft für Ersthelfer, die Entlastung und Sicherheit für den Notfall, und das kostenfrei ohne Verpflichtung. Unabhängig davon hat Matt ein Angebot für Pflegende in der Tasche: eine Beratung zur Pflege. Das Dickicht der 64 Kriterien für die sechs Module der Pflege ist nämlich schwer zu durchschauen. Nicht selten seien Matts Beratungen voller A-ha-Effekte, etwa bei der Beurteilung der Pflegebedürftigkeit. Kaum jemand wisse, dass Haushaltsführung und außerhäusliche Aktivitäten nicht länger Bestandteil dieser Beurteilung sind, sprich: Einkaufen, Waschen, Essen kochen sind keine Pflegeleistungen. „Das ist für einen großen Teil der hilfsbedürftigen Menschen ein echtes Problem“, sagt Matt.

Die sogenannte aufsuchende Pflegeberatung, Matt kommt zu den Betroffenen ins Haus, werde übrigens von der Pflegeversicherung bezahlt, wenn erstmals Leistungen beantragt wurden. Und das gelte auch für den Fall, dass bei laufendem Leistungsbezug etwas verändert werden soll. Notfallkarte und Infos gibt es unter www.pflegeberatung-matt.de oder unter Telefon 05364/98 97 56. Ideal, so Matt, wäre es, wenn sich Selbsthilfegruppen oder auch der Pflegestützpunkt Helmstedt hinter die Idee der Notfallkarte stellen würden.
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