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„Niklas“ sorgte für Chaos

n der Region hat Sturmtief „Niklas“ ganze Arbeit geleistet: In Lehre befreite die Freiwillige Feuerwehr eine Garage und ein Haus von einem umgestürzten Baum ... Foto: Feuerwehr Lehre
 
... in Braunschweig-Wenden stürzte eine Tanne in der Brandenburgerstraße auf das Dach eines Einfamilienhauses und musste von der Feuerwehr geborgen werden. Foto: Schulz

Sturmtief leistete ganze Arbeit und hielt Polizei und Feuerwehr in Atem.

Von Birgit Leute, 02.04.2015.

Braunschweig. Gleich zwei Sturmtiefs fegten in dieser Woche über Norddeutschland hinweg: Auf Tief „Mike“ folgte Tief „Niklas“.

Und vor allem Letzteres bescherte der Region einen Wintereinbruch und Polizei und Feuerwehr in der Braunschweiger Region Dauereinsätze.
Fast 400 Mal mussten sie ausrücken, um Straßen, Wege, Autos und Häuser von heruntergefallenen Ästen und umgestürzten Bäumen zu befreien oder Lkws aus den Straßengräben zu ziehen.

Kein Bahnverkehr

Laut Auskunft der Bundespolizei kam der Bahnverkehr fast vollständig zum Erliegen. Dadurch befanden sich im Bahnhof Braunschweig in den Spitzen bis zu 800 Reisende. Ein Schienenersatzverkehr konnte nur teilweise eingerichtet werden. Bei der Betreuung der „pausierenden Reisenden“ halfen die Berufsfeuerwehr und das Rote Kreuz. Auch das Fanhaus von Eintracht Braunschweig wurde in Mitleidenschaft gezogen: Sturm „Niklas“ deckte das Dach fast komplett ab. „Der Sturm hat ganze Arbeit geleistet“, kommentierten die Fanbetreuer auf ihrer Facebook-Seite.

Obwohl das Sturmtief mit fast 100 Stundenkilometern über die Region brauste (auf dem Brocken wurden sogar Spitzen von 162 Stundenkilometern erreicht), gab es keine Todesfälle. Allerdings wurde in Salzgitter-Lebenstedt ein elfjähriges Mädchen durch den abgerissenen Teil einer Werbetafel getroffen und schwer verletzt.

Glück im Unglück

Einen Schutzengel und einen tatkräftigen Helfer hatte ein
53-jähriger Autofahrer während des Sturms auf der Straße Wiesental in Veltenhof zur Seite. Eine Esche war gegen 18 Uhr auf den fahrenden Kleinlaster gestürzt, hatte das Führerhaus nur knapp verfehlt, aber Motorhaube und Windschutzscheibe demoliert. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Ein 93-jähriger Autofahrer, der Zeuge des Unfalls wurde, holte kurzentschlossen eine Motorsäge aus seinem Wagen und befreite den Kastenwagen fachmännisch von der Baumkrone. Der Ford war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.

Glück im Unglück hatte auch ein Autofahrer im Landkreis Peine, der mit seinem Caddy inklusive Anhänger von Edemissen nach Wehnsen unterwegs war. Ein Windstoß riss den Anhänger ab, wodurch das Auto herumgeschleudert wurde und in den Gegenverkehr geriet. Ein Transporter konnte nicht mehr ausweichen und stieß mit dem Fahrzeug zusammen. Beide Fahrer wurden nur leicht verletzt.
Insgesamt meldete die Polizei 35 Verkehrsunfälle, gesperrt werden mussten unter anderem die Autobahn-Anschlussstelle Cremlingen auf der A 39 sowie zahlreiche Kreis-, Landes- und Bundesstraßen.
Die Schäden, die durch den Sturm und umgefallenen Bäumen an Fahrzeugen, Wohngebäuden oder Baustellen entstanden sind, schätzt die Polizei auf eine Summe im sechsstelligen Bereich.

Alle Hände voll zu tun

Die Versicherer haben aktuell denn auch alle Hände voll zu tun. Bei der Öffentlichen Versicherung Braunschweig gingen bis Donnerstag rund 1900 Schadensmeldungen ein, die die Stürme „Mike“ und „Niklas“ verursacht hatten. Sprecher Sebastian Heise versicherte aber: „Sturmschäden sind Teil der Gebäudeversicherung und werden ab Windstärke acht selbstverständlich komplett übernommen.“ Wichtig sei, dass die Versicherten den Schaden sorgfältig durch Fotos dokumentierten und sobald wie möglich einreichten. Die Öffentliche Fragen dazu einen Hotline eingerichtet, die auf den Internetseiten abrufbar ist. Über die Ostertage beruhigt sich das Wetter zwar, aber Handschuhe sind trotzdem angesagt: Mit Temperaturen im einstelligen Bereich ist das Wetter nicht wirklich frühlingshaft. „In der Nacht zum Ostersonntag braucht der Osterhase ein ganz schön dickes Fell“, kündigt der Deutsche Wetterdienst an. Dann liegen die Temperaturen im Frostbereich.
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