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Neue Ideen, statt Entlassungen

Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ferdinand K. Piëch, hier mit seiner Frau Ursula, soll Ehrenbürger der Stadt Braunschweig werden. Novum/Walter Schmidt/oh

Ferdinand Piëch soll Ehrenbürger werden.

Von Marion Korth, 18.08.2013

Braunschweig. 8100 Mitarbeiter – niemals hat das VW-Werk in Braunschweig einen höheren Beschäftigtenstand gehabt als heute. Die Weichen dafür, das sagten am Freitag Betriebsratsvorsitzender Uwe Fritsch und Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann übereinstimmend, habe der ehemalige VW-Konzernvorstandsvorsitzende Professor Dr. Ferdinand K. Piëch gelegt.

Deshalb soll er jetzt Ehrenbürger der Stadt Braunschweig werden. Einen entsprechenden Vorschlag hat Oberbürgermeister Hoffmann gestern schriftlich den Ratsparteien übermittelt und zuvor auch abgestimmt. Von daher sei er sich sicher, für diesen Vorschlag „breiten Rückhalt“ zu finden. „Der Betriebsrat würde es ausdrücklich begrüßen, wenn der Rat der Ernennung zustimmt“, bekräftigte Fritsch. Die Ehrenbürgerschaft wertete er als „kleines Dankeschön für das, was Ferdinand Piëch für die Beschäftigten getan hat.“ Die Sitzung, in der über die Ehrenbürgerschaft entschieden wird, findet am 27. August statt.
Anfang der 1990er Jahre waren die Zeiten für VW trübe, Umsatzeinbrüche von 20 Prozent, 30 000 Stellen sollten gestrichen werden, über dem VW-Standort Braunschweig ballten sich dunkle Wolken. Statt Mitarbeiter zu entlassen, habe Piëch damals die Vier-Tage-Woche eingeführt. Und wenn heute einmal im Jahr ein Symposium stattfindet, bei dem Konzernvorstand und Betriebsrat an einem Tisch sitzen und gemeinsam über Zukunftsstrategien sprechen, dann gehe das auch auf Piëch zurück. „Das erste Symposium dieser Art fand in Braunschweig statt“, sagte Fritsch. Gemeinsam sei die Komponentenstrategie für Braunschweig entwickelt worden, mit dem Ergebnis, dass heute fast acht Millionen Achsen für den Konzern gebaut werden. Die Entwicklung einer elektromechanischen Lenkung bis zur Serienreife habe Piëch ebenfalls angestoßen und damit dem hiesigen Werk ein weiteres Standbein geschaffen.
Die Stadt habe von VW nicht nur durch Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen profitiert. Das Engagement Piëchs sei über seine frühere Tätigkeit als Konzernvorstand weit hinausgegangen, betonte Hoffmann. Piëch habe sich zudem für kulturelle Projekte, wie etwa den Lichtparcours oder den Bau der VW-Halle, eingesetzt. „Die Familie Piëch hängt bis heute an Braunschweig“, sagte Hoffmann.
Die Ehrenbürger werden zu offiziellen Anlässen eingeladen, ansonsten aber sind keine Zuwendungen mit der Ernennung verbunden. „Lohn“ des Ehrenbürgers sei allein die Ehre.
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1 Kommentar
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Michael Kenngott aus Barum | 04.02.2016 | 15:19  
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