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„Nadelöhre“ sind Absicht

Gesperrte Fahrspuren, lange Rückstaus: Baustelle Stobenstraße hat großräumige Auswirkungen.

Von Marion Korth, 22. März 2016.

Braunschweig. Celler Straße: wieder einmal alles dicht, der Rückstau reicht bis weit hinter die Holwedestraße zurück. Das ist jetzt täglich so, zumindest während der Hauptverkehrszeiten. Die Stauursache besteht aus einer Reihe Absperrbaken, wie man sie von Baustellen kennt, nur, dass es auf Höhe der Haltestelle Radeklint überhaupt keine Baustelle gibt, ebensowenig wie auf der Güldenstraße, wo ebenfalls mit Schildern auf eine Fahrspur verengt wird.

Autofahrer mögen sich fragen, was das soll. Doch die Nadelöhre sind gewollt, gehören zum Verkehrsmanagement während der Bauarbeiten auf der Stobenstraße (die nB berichtete). „Pförtnern“ heißt das im Fachjargon. Eine Spur von jeweils zwei in Richtung Innenstadt führenden Fahrspuren wird gesperrt, vor den Ampeln müssen sich die Autos einfädeln, sodass insgesamt wesentlich weniger in einer Grünphase passieren können. Entlastung soll das der Innenstadt bringen.
Die Stadt fährt dabei „zweigleisig“. Zum einen wird großräumig um die Baustelle mit dem Schild „Achtung Staugefahr“ gewarnt. „Natürlich suchen sich nicht alle Autofahrer Alternativrouten. In manchen Fällen wird das auch nicht gehen. Das heißt: Es gibt auch bei großräumiger Warnung vor der Großbaustelle Stobenstraße dort weiterhin Autoverkehr“, sagt Pressesprecher Rainer Keunecke. Es wäre nun allerdings nicht sinnvoll, diesen frei bis kurz vor die Baustelle fließen zu lassen. Die Folge wäre in diesem Fall massiver Stau unmittelbar vor der Baustelle, hier also auf dem Bohlweg oder weiter zurückreichend.
An dieser Stelle kommt als zweite Maßnahme das „Pförtnern“ ins Spiel: Durch die Sperrung einer Fahrspur am Radeklint – wie auch in der Wendenstraße – wird die Leistungsfähigkeit der Straßen bereits hier reduziert. Damit werde die unvermeidliche Verkehrsbeeinträchtigung, die durch die Baustelle an der Stobenstraße entsteht, an die Stellen im Straßennetz vorgezogen, an denen die Autofahrer noch Ausweichmöglichkeiten haben.
Und wie stellt sich die Situation auf dem Bohlweg dar? „Dort bildet sich trotz der verkehrsärmeren Schulferien insbesondere am Nachmittag ein Rückstau“, räumt Keunecke ein. Die großräumigen Maßnahmen seien also gerechtfertigt. „Die Verwaltung wird die Entwicklung der Verkehrsströme weiter beobachten und erforderlichenfalls nachsteuern“, teilt er mit.
Die Rettungsdienste, die es derzeit schwer haben, zum Beispiel das Krankenhaus Holwedestraße zu erreichen, würden über solche verkehrslenkenden Maßnahmen informiert. Es sei nicht auszuschließen, dass ein Rettungswagen im Stau festsitze, insgesamt aber gehe es um die Verbesserung des Verkehrsflusses in der gesamten Innenstadt. „Es ist aber natürlich – im Übrigen nicht nur hier – möglich, dass ein Rettungswagen in einen Stau gerät. Im Notfall nutzt er Sonderrechte, wie Fußgängerzonen durchqueren, Einbahnstraßen von der falschen Seite aus durchfahren oder auf Fußwege ausweichen.“
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