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Nachbarschaftswerkstatt zieht um

Maic Ullmann, Vorsitzender des Bürgervereins Weststadt (l.), schaut mit den Erstklässlern der Grundschule Altmühlstraße gespannt zu, wie Roman Hackauf (m.) Teile eines Staubsaugers erklärt. Hackauf wird mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern Joachim Burgdorf, Norbert Göttlich, Karl Koeppel und Gerd Reichel (v.r.) regelmäßig in der neuen Nachbarschaftswerkstatt im Werkraum der Schule handwerkliches Know-how vermitteln. Foto: André Pause

Das Projekt „Stadtteil in der Schule“ und die Initiative „Haus der Talente“ arbeiten zusammen.

Von André Pause, 05.05.2015.
Braunschweig. Maic Ullmann freut sich sichtlich. „Das ist ein Meilenstein“, sagt der Vorsitzende des Bürgervereins Weststadt und meint damit die Kooperation zwischen dem „Haus der Talente“ – entstanden als Initiative des Bürgervereins Weststadt sowie des Vereins Stadtteilentwicklung Weststadt – und dem Projekt „Stadtteil in der Schule“ der Bürgerstiftung Braunschweig.

Die erste Frucht der Zusammenarbeit ist nun der Umzug der seit anderthalb Jahren gut frequentierten Nachbarschaftswerkstatt von der Pregelstraße in die Altmühlstraße. Ein Werkraum sowie ein Malraum der dortigen Grundschule werden ab Mai an jedem ersten und dritten Mittwoch von 15 bis 18 Uhr durch die ehrenamtlichen Kräfte der Nachbarschaftswerkstatt bespielt.
Geplant ist die generationsübergreifende Vermittlung handwerklichen Know-hows. Hierzu sind wie bislang die Bewohner des Stadtteils eingeladen, aber auch die gut 300 Schüler aus der Altmühlstraße sowie deren Eltern.
„Wir freuen uns, dass gezeigt wird, dass man manche nicht funktionierenden Gegenstände nicht wegschmeißen muss, und dass Leute die Begeisterung mitbringen, den Kindern etwas zu zeigen“, sagt Schulleiter Helmut Gierga, der sich durchaus vorstellen kann, dass sich die eine oder andere AG aus der Nachbarschaftswerkstatt entwickelt.

Während er noch mögliche künftige Wege aufzeigt, sind die Anleiter der Werkstatt schon in ihrem Element. Roman Hackauf erklärt einigen Erstklässlern die Bestandteile des Staubsaugers und Mitstreiter Norbert Göttlich wirft ein, dass bei einem verstopften Filter der Gang zum Druckluftgerät an der nächsten Tankstelle oft Wunder bewirkt. Wer den Filter frei puste, spare das Geld für das Ersatzteil. Die Kinder hören gebannt zu. Auch wenn, wie Schulleiter Gierga betont, die Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten noch unterrichtet werde, zeige sich, beispielsweise im Rahmen von Veranstaltungen zur Berufsorientierung, dass immer mehr jungen Leuten die praktische Arbeit schwerfalle. Der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Braunschweig, Ulrich E. Deissner, sieht eine deutliche Tendenz zum sauberen Bürojob und meint: „Wir öffnen somit andere Erfahrungsräume für die Kinder und sorgen gleichzeitig dafür, dass der Stadtteil ein bisschen zusammenrückt.“

Weitere Kapazitäten sieht unterdessen die für das Projekt „Stadtteil in der Schule“ zuständige Diakonie-Mitarbeiterin Antje Reichelt. Es gebe noch weitere Kapazitäten, beispielsweise in der Lernküche. Zusammen mit Kollegin Maja Schultze sorgt Reichelt dafür, dass sichtbar wird, was im Stadtteil – oft im Verborgenen – schon vorhanden ist. Sehr zur Freude von Maic Ullmann. Geht es nach ihm, soll das Projekt „Haus der Talente“ dezentral in der gesamten Weststadt angesiedelt werden. Weitere Ehrenamtliche mit handwerklichen oder anderen Begabungen seien daher gern gesehen. „Je mehr dabei sind, desto mehr kann man machen. Es liegt an den Menschen“, so Ullmann.

Am 9. Mai von 10 bis 15 Uhr präsentiert sich das „Haus der Talente“ bei der Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen des Bürgervereins Weststadt auf dem Marktplatz vor der Emmaus-Kirche. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.buergerverein-weststadt.de oder telefonisch unter 29 55 00 63.
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