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Musikalischer Besuch aus Katutura

Domkantor Witold Dulski hat für alle 14 Chormitglieder eine Stadiontour arrangiert: Ein großer Spaß. Foto: André Pause

Der Chor Tholkomela aus Namibia ist bis Samstag in Braunschweig zu Gast – Heute: Domkonzert.

Von André Pause, 24.06.2015.

Braunschweig. Das Stadion an der Hamburger Straße ist menschenleer, doch für die 14 jungen Gäste aus Namibia ist die Führung durch nahezu sämtliche Bereiche des Fußballtempels trotz allem ein Spektakel.

„Das Wetter ist ja nicht so gut, daher haben wir umdisponiert“, erzählt Domkantor Witold Dulski, der das Programm der Gruppe organisiert, lächelnd. Und so bringt Stadion-Guide Reiner Feuge den Mitgliedern des Chors Thlokomela aus Windhoek launig den Mythos Eintracht Braunschweig näher, startet im Restaurant Wahre Liebe, führt die Gruppe durch die Katakomben über die Laufbahn und den Trainingsplatz bis in den Logen-Bereich.

Interessiert hören die Gäste zu, flachsen hier und da, oder nehmen das Zepter auch mal selbst in die Hand. So wird auf der Laufbahn gleich mal glockenklar der südafrikanische Song „Kwa Zulu Natal“ intoniert und anschließend eine schnelle Runde um das Spielfeld gedreht.

Eigentlich sollte den Chormitgliedern der Reisestress in den Knochen stecken, aber: Pustekuchen. Seit dem 7. Mai sind die 20 bis 25 Jahre jungen Musiker schon quer durch Deutschland unterwegs. Buxtehude, Herford, Köln, Mülheim, Stuttgart und Ulm haben schon gesehen jetzt sind sie bis Samstag in Braunschweig. Weitere Stationen folgen, bevor es am 9. Juli zurück in die Heimat geht. Jede Menge Eindrücke werden sie dann gesammelt haben. Was ihnen am besten gefallen hat, wird gefragt. Kalu und Tara antworten salomonisch: „Bislang ist alles schön, wir sind begeistert.“ Beide leiten in Katutura, einer ehemaligen Township, heute ein Vorort von Windhoek, gemeinsam den Posaunenchor. Ihr Thlokomela begann 2008 als ein reines Chorprojekt. Dank deutscher Unterstützung sind ein Posaunenchor, Blockflötenunterricht und eine Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche hinzugekommen.

Zum Braunschweiger Dom hat der Chor im letzten Jahr eine ganz persönliche Beziehung aufgebaut, als das Blechbläserensemble des Doms den Chor in Namibia besuchte. Mit Noten und Instrumenten als Gastgeschenke im Gepäck wurden nach gemeinsamer Probe Konzerte gespielt. „Eines davon auf einer Straßenkreuzung in Katutura, wo unzählige Menschen aus allen Himmelrichtungen kamen. Das war eine unvergessliche Begegnung mit Musik, Tanz und Gesang“, erinnert sich Witold Dulski.

Am heutigen Mittwoch um 19 Uhr wird der Chor gemeinsam mit dem Blechbläserensemble am Braunschweiger Dom ein Festkonzert geben. Geplant sind außerdem Treffen mit den Schülern des Gymnasiums Gaußschule und der IGS Franzsches Feld. Am Samstag steht ein Konzert in Evessen auf dem Programm.
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