Anzeige

Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein! Mein Weg zur Lebensspende!!!

Es war kurz vor dem Sommerurlaub, ich kam nachmittags von der Arbeit nach Hause und ein Brief von der DKMS wartete auf mich. Zuerst dachte ich, es wäre einfach nur Werbung. Aber falsch gedacht: ich gehörte zur „engeren Wahl“. In mir gingen alle Alarmglocken an. Ich wusste nicht ob ich weinen oder lachen sollte. Bei der Registrierung, vor ca vier Jahren, wusste ich schon auf was ich mich einlasse. Allerdings hatte ich damals nicht damit gerechnet, dass dieser Moment wirklich kommen würde. Nachdem ich den Brief gelesen hatte, wusste ich, dass ich die einzige Person bin, die diesem Menschen das Leben retten kann.
Die DKMS machte für mich einen Termin bei meinem Hausarzt, um eine genauere Übereinstimmung der Blutmerkmale festzustellen. Mein Arzt nahm mir zwei Röhrchen Blut ab. Ein Röhrchen ging per Post ins Labor, das andere wurde von einem Kurier zur DKMS gebracht.
Jetzt war warten angesagt, nach nur drei Wochen bekam ich einen Anruf. Mir wurde ausführlich erklärt was auf mich zu kommt und was ich zu tun habe.
Ein paar Tage später musste ich zur Voruntersuchung nach Dresden. Dort wurde ich noch mal aufgeklärt und gründlich untersucht. Der Spendertermin wurde auf den 12.Oktober 2015 festgelegt.
Kurz vorher bekam ich einen Anruf, das "mein Patient" einen Infekt bekommen hat und zur Zeit nicht transplantiert werden kann. Jetzt hieß es erneut warten. Endlose Wochen vergingen, bis ich erneut einen Anruf von der DKMS bekam.
Am 2.12.15 war es dann soweit. Schon am Vortag fuhren meine Tochter Lina und ich nach Dresden.
Meine Tochter durfte als Begleitperson mit und wurde im Hotel untergebracht. Sämtliche Kosten übernahm die DKMS, auch meinen Verdienstausfall.
Meine Stammzellen wurden aus dem Beckenkamm entnommen, ich bekam eine kurze Vollnarkose und wurde schnell wieder wach.
An diesem Tag ging es mir nicht sonderlich gut, was daran lag, dass mir ca. 1 Liter Knochenmark entnommen wurde. Das schlug mir ziemlich auf den Kreislauf. Ich habe mich aber schnell wieder erholt und konnte am nächsten Tag bereits das Krankenhaus verlassen und die Heimreise antreten.
Schmerzen hatte ich so gut wie keine. Nur ein leichter Wundschmerz an den beiden Einstichstellen. Nach der Knochenmarkentnahme ist man für 5 Tage arbeitsunfähig.
Wie ich nach der Spende erfuhr, bekam meine Stammzellen eine Frau aus Italien.
Es gibt zwei Methoden der Stammzellenspende:
Die periphere Stammzellenentnahme, ist ein ambulantes Verfahren im Entnahmezentrum .
Man wird am Zellseparator angeschlossen und die Stammzellen werden in ca 3 Stunden aus dem Blut gefiltert. Vorher muss man sich 5 Tage lang Wachstumshormone sprtzen lassen, damit genügend Stammzellen im Blut vorhanden sind.
Die zweite Methode ist die Knochenmarkentnahme. Hierfür wird unter Vollnarkose im Krankenhaus mit einer Punktionsnadel Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Das Risiko beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.
Das Krankheitsbild des Patienten entscheidet vorrangig über die Art der Stammzellenspende.
Von Beginn an standen meine Familie, mein Dienstgeber und auch meine Freunde hinter mir. Einige sprachen mir Ihre Bewunderung aus, da sie es selbst nicht für einen Menschen machen würden, den sie nicht kennen. Für mich stand dies von Beginn an außer Frage. Ich empfinde es als eine Selbstverständlichkeit! Auch wenn ich den Patienten nicht kenne, es ist trotzdem ein Mensch, der wie jeder andere auch das Recht hat zu leben! Trotz der Schmerzen, die letztlich wirklich erträglich waren, würde ich mich jederzeit wieder für eine Spende entscheiden!
Im Nachhinein kann ich wirklich sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war. Es gibt kein schöneres Gefühl, als zu wissen, dass man einem Menschen geholfen hat.
Registrieren Sie sich jetzt als potenzieller Stammzellspender und geben Sie so vielen Blutkrebspatienten neue Hoffnung. Die Online Registrierung (www.DKMS.de) nimmt nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch – kann aber große Wirkung haben und einem todkranken Menschen das Leben retten.
Michaela Stamm aus Braunschweig
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.