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MC Fitti las in Wolfsburg

Ungewöhnliche Buchvorstellung mit dem Rappstar.

Von Falk-Martin Drescher, 29.10.2014.

Wolfsburg. Falls unter den Hunderten Gästen im Hallenbad Wolfsburg tatsächlich jemand auf eine „richtige“ Lesung aus „Aus meinem Auspuff kommt Konfetti“ gehofft hatte, dann wurde er vermutlich enttäuscht. Alle Freunde des Styles, der Art und der Welt von MC Fitti dürften begeistert gewesen sein.

„Viele von euch werden zum ersten Mal bei einer Lesung sein“, schmunzelte Fitti schon zu Beginn. Tatsächlich beschreibt der Rapper eine Generation, die – zugespitzt formuliert – selbst an einem Buch den USB-Anschluss und „Gefällt mir“-Button sucht. Auch gleich zur Einleitung stellte er klar: „Wenn ihr denkt, dass ich aus meinem Buch vorlese, dann kennt ihr MC Fitti nicht!“
Warum hat der gebürtige Gifhorner dann eigentlich ein Buch geschrieben? „Weil’s geil ist“ – okay, das passt. Gelesen wurde dann trotzdem: etwas ruckelhaft von Katzenmaske, dem DJ der Fitti-Gang. Auch MC Izzo gesellte sich auf die Bühne dazu – schon konnte an der eingerichteten Corner gechillt werden.

Die Lesung ähnelte einer Performance, die durchaus unterhaltsam und in jedem Fall stilecht Fitti war. MC Fitti, mit bürgerlichen Namen Dirk Witek, fühlte sich nahe seiner Geburtsstadt sichtlich wohl. Und das trotz Anwesenheit der Presse. „Wir müssen aufpassen, es ist ja Presse da“, witzelte er. Gescherzt wurde nämlich auch über den kürzlich erschienenen Medienbericht eines Journalisten, der – milde gesagt – nur ganz bedingt begeistert von Fittis Buchvorstellung war.

Nur wenige Einblicke in das Buch, dafür viele in die Welt des Rappers mit Vollbart, Sonnenbrille und Cap gab es an diesem Abend. Geplaudert wurde über Besuche bei dem Kiosk Kuhn in Gifhorn, die Lehre bei Elektro Henning (ebenfalls in Gifhorn) – und die beliebten Steckdosen-Aufkleber. „Davon wurden bestimmt 200 000 Stück in Deutschland verklebt“, merkte er an. Anlässlich einer Ausstellung entstand der Song „30 Grad“, eine der ersten Songperlen des Youtube-Helden. Auf der Bühne dazu getrunken wurde „Pfeffi“, wie es sich gehört. „Ist ja schon wie Zähneputzen.“ Zum Abschluss gab es noch eine Autogramm- und Fotomöglichkeit – „cornern“ würde es der Rapper selbst nennen. Eben so lange, wie der „Pfeffi“ hält.
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