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„Lieber klein anfangen, als gar nicht“

Rege Diskussionen beim ersten Bürgertreffen des Forums.

Das neue Hägener Forum macht Druck: Der Hagenmarkt soll sich ändern – und zwar bald.

Von Birgit Wiefel, 28.20.2017.
 

Braunschweig. Alfons Markiewicz hat es satt. Und nicht nur er. „Am Hagenmarkt muss sich dringend etwas tun. So wie er jetzt ist, ist er nur eine Rennstrecke in die Innenstadt“, sagt er. Der Konditormeister, der am Rand des Marktes ein Café besitzt, hat sich mit anderen Geschäftsleuten und Pfarrer Werner Busch von der Katharinenkirche zum „Hägener Forum“ zusammengeschlossen. Dieses lud am Donnerstagabend erstmalig Bürger zu einem lockeren Gespräch auf den Hagenmarkt ein. Die Resonanz war überraschend.

Rund 40 Neugierige waren gekommen, um bei Streuselkuchen und Kaffee darüber zu diskutieren, wie der Platz nach Xavier schöner gemacht werden könnte. Der Sturm hatte im Oktober 17 Bäume entwurzelt. Die einfach wieder nachzupflanzen kam für keinen Besucher infrage. „Der Hagenmarkt hatte immer eine besondere Bedeutung – die muss man ihm wieder geben“, ist Astrid Langner, die in der Innenstadt aufgewachsen und gleich mit zwei historischen Büchern unter dem Arm gekommen ist, überzeugt. Die ehemalige Normaluhr und der Heinrichbrunnen haben den Platz unverwechselbar gemacht. „Es war DER Treffpunkt für junge Leute“, erinnert sich Langner lächelnd. Auch Wolfgang Bornträger ist gekommen. Der Personalberater hat ein Büro am nördlichen Rand des Hagenmarktes und mag den Platz, fände es allerdings gut, „wenn statt der Bäume lieber kleinere Büsche gepflanzt würden.“ „Außerdem müsste auf der Casparistraße Tempo 30 gelten“, sagt Bornträger.

Ein Bürgergespräch an der Stadt vorbei – das Hägener Forum weiß, dass es mit dieser Aktion den Druck auf die Verwaltung erhöht. „Wir wollen kein Gegenpol sein, aber wir wollen auch nicht warten, bis die Stadt uns fertige Konzepte vorlegt, zwischen denen wir uns dann zu entscheiden haben“, sagt Alfons Markiewicz. Er plädiert dafür, „lieber klein anzufangen, als gar nicht“. „Man könnte doch schon einmal die kleinen Zäune entfernen, um den Platz offener zu machen. Außerdem fehlen Radständer. Gerade Freitagsabends ist es hier knüppeldicke voll mit Rädern“, sagt der Konditormeister, der befürchtet, dass sich eine Umgestaltung durch die starren Planungsabläufe der Verwaltung noch ewig hinziehen kann.
Unterstützt wird das Hägener Forum durch den Arbeitsausschuss Innenstadt, der sich ebenfalls wünscht, „dass der Platz wieder ’menschliche Dimensionen‘ und eine Aufenthaltsqualität bekommt“, so Vorstandsmitglied und Leiter des AAI-City-Checks Bernd Schroers. „Es wäre schon ein großer Gewinn, wenn diese Lutschbonbons mal ausgetauscht würden“, sagt er mit Blick auf Kugellampen rings um den Platz.
Das nächste Treffen des Hägener Forum ist am 7. November.
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1 Kommentar
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 29.10.2017 | 14:04  
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