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Lehrreich und trotzdem lustig

Der Historiker Thomas Dahms (l.) nimmt das Reformationsjubiläum 2017 zum Anlass, einen „Luther-Comic“ mit regionalem Bezug herauszugeben. In der Buchhandlung Graff (rechts Geschäftsführer Joachim Wrensch) präsentierte er ihn.

Ein Comic zeichnet den Lebensweg Martin Luthers nach – Auch Braunschweig spielt darin eine Rolle.

Von Marion Korth, 01.07.2016.

Ein abwegiger Gedanke, dass die A 2 irgendetwas mit Martin Luther, dem Reformator, zu tun haben könnte und doch: „Die Achse der A 2 ist der Resonanzraum der Reformation“, sagt der Historiker Thomas Dahms.

Von Wittenberg aus über Magdeburg, Braunschweig bis hin nach Hildesheim und Celle reihen sich die Befürworter und Ablehner seiner reformatorischen Thesen. Grob an ihr entlang zeichnet Dahms in seinem neuen Geschichtscomic „Zu Tisch bei Luthers in Wittenberg“ die Stationen eines bewegten Lebens.

Von „zeichnet“ zu schreiben, ist dabei nicht ganz korrekt, denn gezeichnet hat nicht Dahms selbst, sondern Tobias Wagner. „Ich habe die Recherche gemacht, das Storyboard und die Sprechblasen geschrieben“, beschreibt Dahms seine Arbeit. Anschließend kam Wagners spitze Feder zum Einsatz, um seine knollennasigen und glubschäugigen Figuren in die historische Kulisse zu setzen. Kein Tabubruch, den geschichtlich steht das gezeichnete Werk auf festen Beinen. Abgesehen von einigen augenzwinkernden „Ausrutschern“, zum Beispiel, wenn der Hahn erst einmal auf seinen Wecker schaut, um den Tag pünktlich mit Kikeriki zu begrüßen.

Dahms ist überzeugt davon, dass Luther, wäre er nicht durch seine Thesen berühmt geworden, auf andere Weise von sich reden gemacht hätte : „Er war hochgradig komplex als Mensch und in seinem Wirken, er hatte schon Karriere gemacht, als er seine Thesen anschlug.“ Dieser Aspekt ist dem Historiker bei seiner Arbeit noch einmal bewusst geworden. Ebenso die Tatsache, dass Luther ein Familienmensch war. Eine besondere Rolle kommt der Ehefrau Luthers, Katharina von Bora zu, die ihn „zurückpfiff“ und erdete, wenn er über das Ziel hinausschoss, als er (nicht nur) über die Juden wetterte.

Braunschweig als große Stadt war eine wichtige Station, um den Protestantismus voranzubringen. Nicht Luther war hier, aber er entsandte sozusagen seinen „Außenminister“, den engen Vertrauten und Freund Johannes Bugenhagen, der eine neue Kirchenordnung für Braunschweig schrieb. Die Macht des Papstes war gebrochen.

2017 wird das 500. Jahr der Reformation gefeiert. Das Titelbild des Comics mit Geburtstagstorte verweist darauf und es schlägt den inhaltlichen Bogen zum Titel „Zu Tisch bei Luthers in Wittenberg“, an dem gestritten, debattiert, argumentiert wurde. Wo sieht Dahms die Zielgruppe für sein Werk? Auf jeden Fall bei den Kindern, die jetzt den Konfirmationsunterricht besuchen und sich mit Luthers Leben beschäftigen (müssen). Den Altersbogen schlägt er jedoch weiter: von neun bis neunzig. Der Band spart schließlich nicht mit Text: Im Mittelteil sind die Thesen abgedruckt, am Ende eine Kurzbiographie.
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