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Korrektur: Lieber lernen als Schule schwänzen

Konnten dank der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben ihren Hauptschulabschluss nachholen: (vorne, v.l.): Cynthia Barthauer, Jennifer Malo, Julia Mollenhauer, Aimée Munyaneza und Canan Hartmann. Auch die Lehrkräfte (hinten, v.l.): Anne Grabe, Dirk Thürmann, Raymond Kühl und Elke Röthke freuen sich. Foto: Thomas Ammerpohl

29 Jugendliche holten bei der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben den Schulabschluss nach.

Von Birgit Leute, 08.08.2014.

Braunschweig. Geschafft. Jennifer ist glücklich. Arbeitslos und ohne Schulabschluss bekam sie mit Hilfe von Arbeit und Leben wieder den Dreh und holte alles nach. Die Bildungsvereinigung verlieh ihr und weiteren 29 Jugendlichen jetzt die Hauptschul- und Realschulzeugnisse.

Jennifer ist kein seltener Fall: Es gibt immer wieder Jugendliche, die in der Regelschule einfach nicht klar kommen – mit den Lehrern, der Klassengröße, der Pflicht zum regelmäßigen Erscheinen. Zuerst verlieren sie nur den Spaß am Lernen, später schwänzen diese Schüler immer häufiger den Unterricht. Trotz ihrer gerade mal 17 Jahre hat Jennifer schon vier verschiedene Einrichtungen besucht. „Ich erhielt einfach keine Motivation durch die Lehrer“, erzählt sie. Und ist überzeugt: „Die haben doch sowieso ihre Lieblinge.“

Erst durch die Kurse bei Arbeit und Leben änderte sich ihre Haltung. Seit 1978 bereitet die Bildungsvereinigung – neben anderen Einrichtungen – auf den Erwerb des Haupt- oder Realschulabschlusses vor. Um die 50 Anmeldungen erhält Geschäftsstellenleiter Detlev Pischel-Zaremba im Jahr. Viel weniger als noch vor 30 Jahren als die Zahl um die 150 lag, aber doch leicht steigend. „Die Probleme mit der Schule beginnen meist schon im Elternhaus. Zum Teil unterrichten wir Kinder, deren Eltern selbst als Schulabbrecher zu uns kamen“, sagt der Geschäftsstellenleiter.

Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Deutsch, Mathe, Bio, Erdkunde oder Geschichte. In kleinen Gruppen werden die Teilnehmer betreut, wo’s nötig ist, noch einmal extra motiviert. „Wir rufen auch zu Hause an, wenn ein Schüler mal nicht auftaucht“, erzählt Dirk Thürmann aus dem Alltag, der eine Mischung aus fachlicher Förderung, beruflicher Orientierung und sozialpädagogischer Betreuung ist.

Die Truppe ist meist bunt zusammen gewürfelt, alle Schüler haben ein unterschiedliches Niveau, einen unterschiedlichen Hintergrund. Aimée aus Ruanda zum Beispiel hat bereits einen Abschluss muss hier aber noch einmal die Schulbank drücken, weil ihr Zeugnis nicht anerkannt wird. „Die Kurse waren einfach toll“, ist sie von der Unterstützung begeistert. Auch Jennifer hat den Spaß am Lernen wiedergefunden. Mit dem frisch erworbenen Abschluss will sie sich jetzt als Fahrzeuglackiererin bewerben. „Hoffentlich wird‘s was“, lächelt sie.

Service

Die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, 1978 gegründet, wird durch die Stadt unterstützt.
Die Vorbereitungskurse zum Erwerb von Haupt- und Realschulabschlüssen sind kostenpflichtig (genauere Infos bei Arbeit und Leben). Voraussetzung ist ein Mindestalter von 16 Jahren. Die Kurse gehen in der Regel über zehn bis elf Monate. Am Ende werden die Abschlussprüfungen unter Vorsitz der Landesschulbehörde durchgeführt.
Für das kommende Schuljahr (Start 16. September) gibt es noch freie Plätze. Infos unter www.aul-nds.info und Telefon 1 23 36 30.
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