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Keine Chance dem Funkenflug

PTB-Wissenschaftler erhalten Technologie-Transfer-Preis für Entwicklung im Explosionsschutz.

Von Annette Heinze, 07.11.2010.

Braunschweig. Im Sitzungssaal der IHK riecht es verbrannt und leicht nach Alkohol. Thomas Uelken, Ingenieur der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), hat gerade im Experiment mit hochentzündlichem Ethanol gezeigt, wie sich Funkenflug und somit ein größerer Brand verhindern lässt.

Mit seinen Kollegen Dr. Udo Gerlach und Dr. Ulrich Johannsmeyer hat der Wissenschaftler eine Technik entwickelt, die Betriebe besser vor Explosionen schützt. Die Industrie- und Handelskammer hat die Arbeit jetzt mit ihrem jährlich vergebenen Technologie-Transfer-Preis belohnt. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.
Die technische Entwicklung wird konkret vom Mannheimer Unternehmen Pepperl und Fuchs verwertet. Das Unternehmen produziert als internationaler Marktführer sogenannte „eigensichere“ Geräte für die Industrie.
Das sind Schaltungen, die in elektrischen Schaltkreisen bei Störungen oder Unterbrechungen Funken unterbinden. Und zwar innerhalb von Mikrosekunden. Installiert wird die Schutztechnik zum Beispiel in Betrieben der Öl- und Gasindustrie, also dort, wo entzündbare Gase entstehen.
Technischen Explosionsschutz gab es schon vorher, doch die mit dem Technologie-Transfer-Preis ausgezeichnete Entwicklung habe ihn entscheidend verbessert, sagten Juroren und Wissenschaftler. Ein wesentlicher Aspekt sei, dass die neuen Schutzgeräte bei wesentlich höheren Stromleistungen und auch längeren Leitungen von 1000 Metern eingesetzt werden könnten.
Die PTB arbeite nicht nur in der Metrologie, also der Wissenschaft vom Messen und ihrer Anwendung, sondern in eigenen Fachbereichen auch in Sicherheitstechnik und Explosionsschutz, erläuterte Preisträger Dr. Ulrich Johannsmeyer. Zehn Jahre lang habe die PTB Grundlagenforschung für die jetzt prämierte Entwicklung betrieben.
Bereits seit 2004 besteht ein Kooperationsvertrag der PTB mit dem Anwender, der bereits genannten Firma Pepperl und Fuchs. Die Wissenschaftler der PTB arbeiteten nicht im Elfenbeinturm, sondern mit engem Bezug zu industriellen Anwendungen, würdigte Dr. Gunther Kegel, Geschäftsführer der Firma Pepperl und Fuchs. In diesem Sinne sei die PTB für die Wirtschaft unverzichtbar und stärke Deutschland als Wirtschaftsstandort.
Kegel erläuterte, die Technologie könne voraussichtlich bis zu 20 Jahre lang verwertet werden.
Professor Werner Gramm, Vorsitzender der Preis-Juroren , sagte, die Technik habe das Potenzial, internationale Norm zu werden.
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