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Keine Angst vor großer Aufgabe

Es gibt viel zu tun für Braunschweigs ersten Klimaschutzmanager Matthias Hots.

Von Marion Korth, 11.04.2012.

Braunschweig. Seit einem Monat wohnt Matthias Hots in Braunschweig, gerade hat er Geburtstag gehabt. Die Kollegen im Umweltamt hatten für ihn das passende Geschenk: Einen Ficus gab es als erste Grünausstattung fürs Büro, im Topf steckt eine kleine Windmühle. Matthias Hots ist Braunschweigs erster Klimaschutzmanager.

Klimaschutz – globaler geht’s eigentlich nicht. Der jetzt 27-Jährige, der in Göttingen Geographie studierte, sich im Schwerpunkt mit den Fragen der Ökonomisierung des Umweltschutzes, mit Energie- und Ressourcenmanagement beschäftigte, steht vor einer großen Aufgabe. In Braunschweig gibt das mit Mitteln des Bundes geförderte Klimaschutzkonzept der Stadt den Weg vor. 19 Punkte hat der Rat in der Prioritätenliste ganz nach vorn gestellt. Allein kann Hots die nicht abarbeiten, schon gar nicht bis zum 31. Dezember 2014, wenn die 65-Prozent-Förderung des Bundes für seine Stelle ausläuft. Aber Projekte anschieben kann er, indem er zuerst einmal die für ihn wichtigen Ansprechpartner im Rathaus und außerhalb kennenlernt und eine genaue Planung auf den Weg bringt.
Seine Stelle sieht er ganz wörtlich als Schnittstelle. „Ich will wie die Spinne im Netz sitzen, wo die Informationen zusammenlaufen und auch verteilt werden“, sagt er. Das große Thema Klimaschutz schreckt ihn nicht. „Alles, was wir den ganzen Tag tun, hat darauf Auswirkungen, wenn das klar ist, kann jeder den richtigen Weg finden.“ Er selbst fährt viel Bahn, kaum Auto, isst eher selten Fleisch und wenn er seine Wohnung verlässt, dann knipst er die Steckerleisten aus, um den Energieverbrauch auf nahezu Null herunterzufahren.
„Klimaschutz ist nicht als Last gemeint, sondern als Entlastung, und die steigenden Energiekosten sind der Motor dafür“, sagt er. Wer verinnerlicht hat, wie viel Strom Kaffeemaschine, Computer und Co. im Leerlauf verbrauchen, dem werde es leichtfallen, den Aus-Knopf zu drücken. Aber Klimaschutz hat für Hots nichts mit vermeintlichem Verzicht zu tun. Im Jahr 2050 soll im Bereich des Zweckverbands Großraum Braunschweig der Verbrauch zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gedeckt werden. Eine Alternative dazu gibt es nicht, die fossilen Brennstoffe werden demnächst erschöpft sein. „Aber mir persönlich ist es wichtig, die Vorteile aufzuzeigen. Diesen Wandel haben wir vor uns, das ist unsere Zukunft, und wir können damit auch eine regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen“, ist er überzeugt. Im Augenblick hapert es zwar noch mit dem Netzausbau, um die regenerativen Energien zu verteilen, aber: „Der rote Faden stimmt.“
Im Kleinen lässt sich auch in Braunschweig eine Menge bewegen. Mit Solaranlagen auf städtischen Gebäuden etwa, mit einem zeitlich genau erfassten Energieverbrauch, um Schwachstellen aufzudecken, mit qualifizierten Hausmeistern, die das Energiemanagement im Gebäude im Blick haben. Auch der Wechsel zu sparsameren Beleuchtungssystemen, eine Energie- und Bauherrenberatung sowie eine Bauleitplanung, die Klimaschutzaspekte berücksichtigt, zählen dazu.
„Aber es funktioniert nur, wenn viele mitmachen“, sagt Hots. Anregungen und Informationen gibt es auf den überarbeiteten Internetseiten der Stadt, wo sich neuerdings unter der Rubrik „Aktuelles“ auch ein Klimatipp findet: In diesem Monat geht es um die Auswirkungen des Fleischkonsums und die „Klimabilanz“ für ein Kilo Rindfleisch.
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