Anzeige

„Kein Kind sollte ohne Frühstück zur Schule kommen“

Frühstück in der Klasse 1b der Grundschule Bebelhof: Felix, Charlene, Norah und Alen (v.l.) freuen sich über Brot, Äpfel und Apfelsaft. Fotos: Thomas Ammerpohl

Grundschulvertreter sprachen sich dafür aus, dass das Projekt „Gesundes Frühstück“ weiterläuft.

Von Martina Jurk, 06.11.2013.
Braunschweig. 2184 Grundschüler erhalten zweimal in der Woche ein gesundes Frühstück. Initiiert wurde das vor vier Jahren von der Jochen-Staake-Stiftung. Vertreter der beteiligten Schulen trafen sich jetzt erstmals zum Erfahrungsaustausch.

Wie kommt das Frühstück bei den Kindern an? Gibt es Wünsche oder Verbesserungsvorschläge? Ist es überhaupt notwendig, dass das Projekt weiterläuft? Das interessierte nicht nur Jochen Staake, sondern auch die Partner Nibelungen-Wohnbau und Edeka. „Es soll weitergehen“, war die einhellige Meinung der sieben anwesenden Schulvertreter, die dafür gute Argumente vorbrachten. „Die Zahl der Kinder steigt, die ohne Frühstück zur Schule kommen“, sagte Martina Hillebrecht, Konrektorin der Grundschule Rheinring. Mindestens ein Drittel der Kinder bekäme auch zu Hause kein Frühstück, untermauerte Doris Haucke, Rektorin der Grundschule Schuntersiedlung und Astrid-Lindgren-Schule. Das Brot sei beliebt, auch wenn es mal zwei Tage alt ist.
In der Grundschule Heidberg ist der Hausmeister besonders kreativ. „Aus den Resten bereitet er mundgerechte Happen, die im Pausenraum für alle griffbereit stehen. So muss nichts weggeworfen werden“, erzählte Rektorin Sylvia Kipp.
Die Schulvertreter waren sich einig, dass das Projekt weiterlaufen soll. Auch der soziale Aspekt sei enorm wichtig, denn gefrühstückt werde in den Klassen gemeinsam. „Aus dem Frühstück hat sich inzwischen eine Kultur entwickelt“, merkte Doris Haucke an. „Die Kinder werden in die Organisation des Frühstücks integriert. Sie holen die Kisten mit den Lebensmitteln oder schneiden Äpfel. Das Thema gesunde Ernährung spielt auch im Sachunterricht eine Rolle“, berichtete Roswitha Siering, Rektorin der Grundschule Bebelhof und Hans-Würtz-Schule.
Insgesamt 17 Schulen werden mit dem gesunden Frühstück beliefert, das aus Brot mit Butter oder Frischkäse, einem Apfel und Apfelsaft besteht. Zubereitet wird es von der Lebenshilfe, die auch die Auslieferung organisiert. 130 000 Euro im Jahr wendet die Staake-Stiftung gemeinsam mit ihren Partnern Baugenossenschaft Wiederaufbau, Nibelungen-Wohnbau und Edeka dafür auf. Jochen Staake schlug vor, den Erfahrungsaustausch in einem Jahr zu wiederholen. „Wir sollten versuchen, weitere Sponsoren für das Projekt zu gewinnen, damit sich noch mehr Schulen beteiligen können“, regte Rüdiger Warnke, Geschäftsführer der Nibelungen-Wohnbau-GmbH, an. Spontan sagte er im Anschluss an den Erfahrungsaustausch die weitere Unterstützung des Projekts zu. Ihm schloss sich Roland Gottlewski von Edeka an.
„Kein Kind sollte ohne Frühstück und mit knurrendem Magen zur Schule kommen“, stellte Jochen Staake klar. Die Gesellschaft trage eine Verantwortung und müsse etwas dagegen unternehmen, ist der Initiator überzeugt.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.