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Kein Job wie jeder andere

Autor Frank Schäfer (links) und Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht am Mittwochabend im Universum-Kino. Foto: Peter Sierigk

Torsten Lieberknecht plauderte im Kino aus dem Trainer-Nähkästchen.

Von Christoph Matthies, 13.10.2013.

Braunschweig. Wenn im Kino jemand Autogramme schreibt, dann handelt es sich meist um einen Regisseur oder eine beliebte Schauspielerin. Anders am Mittwochabend im Universum-Kino: Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht, prominenter Gast bei der Vorstellung des Dokumentarfilms „Trainer!“, nahm sich viel Zeit für Autogramm- und Fotowünsche. Und beantwortete die vielen Fragen von Moderator Frank Schäfer und der rund 200 fußballbegeisterten Zuschauer.

Es ist kein Job wie jeder andere: „Es gibt Beruf – und es gibt Fußballtrainer“, erklärt zu Beginn des Films Stephan Schmidt, bis Mai 2013 Trainer des SC Paderborn. Schmidt ist einer von vier Fußballlehrern, die Filmemacher Aljoscha Pause eine Saison lang intensiv begleitete. Training, Taktiksitzungen, die Medien und der immense Druck: Trotz der Laufzeit von 144 Minuten kommt nie Langeweile auf, wenn „Trainer!“ hinter die Kulissen des Profifußballs blickt. Sachlich und sensibel, aber auch humorvoll, gerade wenn Pause Trainergrößen wie Jürgen Klopp oder Hans Meyer zu Wort kommen lässt.
Im Anschluss an den Film plauderte Torsten Lieberknecht, nach fünf Jahren als Chef der Eintracht-Fußballer schon ein echter „Kulttrainer“, aus dem Nähkästchen. Etwa, wie er mit dem Druck fertig werde, gerade wenn es nicht so läuft. „Ich versuche, mir Auszeiten zu nehmen. Meistens beim Autofahren, da höre ich dann eine gute Scheibe“, so der Freund harter E-Gitarren, der außerdem sein Rezept gegen den Burnout verriet: „Ich ernähre mich gesund und halte mich an regelmäßige Essenszeiten.“
Die Spieler, die heute viel mehr über das Spiel wüssten als früher, könne Lieberknecht vor allem mit fachlicher Kompetenz erreichen. Eine Doppelfunktion, im Stile eines Felix Magath, wäre für den 40-Jährigen dagegen unvorstellbar: „Wenn du Trainer bist, dann bist du Trainer. Mit Haut und Haar.“ Ein richtiger Trainer, so ein gängiger Spruch in der Branche, sei man allerdings erst, wenn man das erste Mal entlassen worden ist. Möge dem sympathischen Lieberknecht diese „Trainertaufe“ noch lange erspart bleiben.
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