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Jürgen Müller: „Ein echter Camper ist eins mit der Natur“

Der erweiterte Vorstand des Camping-Clubs Elm-Lappwald. Foto: Erik Beyen

Der Camping-Club Elm-Lappwald will die Gemeinschaft der Camper stärken

Von Erik Beyen, 13.07.2017.

Mariental. Der Camping-Club Elm-Lappwald ist eine Feste Größe auf dem Campingplatz am Loosteich in Mariental. Dort haben sie ihr Clubheim gebaut, von dort aus starten sie mehrfach im Jahr zu Campingtouren. 62 Familien gehören ihm derzeit an, darunter auch „Nichtcamper“, wie der Clubvorsitzende Jürgen Müller in einem Gespräch mit der NH verrät.

1962 hat sich der Club, zu dem anfangs gerade einmal sieben Familien aus Helmstedt und Umgebung gehörten, gegründet, und zwar nach dem Vorbild des Deutschen Camping Clubs (DCC). In ihren Statuten verankerten die Gründungsmitglieder zwei ganz wichtige Vereinsziele: die Pflege der Kameradschaft und ein Leben mit und in der Natur. „Echte Camper sind möglichst eins mit der Natur“, sagt Müller dazu und hält manche Veränderung innerhalb der Camperszene für schwierig, dies zum Beispiel: Heute kauften sich viele Menschen mit Eintritt in den Ruhestand einen Wohnwagen und glaubten, zu jenen echten Campern zu gehören. „Damit sind sie aber nicht gleich Camper“, meint Müller, denn dafür brauche es eine Identifikation mit dem Campen.

Die Selbstdefinition eines echten Campers ist mitunter schwer, denn eins mit der Natur sein, ist kein Alleinstellungsmerkmal für Camper. Vielleicht ist es der bewusste Verzicht, der den Camper auszeichnet, das Bedürfnis, der Natur möglichst nahe zu kommen, ohne sie über Gebühr zu stören. Müller nickt: „Ja, das ist ein wichtiger Aspekt“, sagt er bestimmt und erzählt von Campertreffen, bei denen er sich auf das „Wesentliche“ beschränkt habe, um einfach das reine Leben in der Natur und die Gemeinschaft mit anderen Campern zu genießen.

Die Altersspanne im Club reicht von 32 bis 86 Jahren. „Wir werden älter“, gibt Müller zu, aber: „Vielleicht sind unter den erwarteten Neumarientalern ein paar Campingfreunde.“ Diese Hoffnung ergänzen die Mitglieder des erweiterten Vorstandes in einem Pressegespräch mit leichter Kritik am Platz und am Management. So müsse an der Außendarstellung gearbeitet werden, Mitarbeiter des Platzes bräuchten einheitliche Kleidung. Auch die Erreichbarkeit der Rezeption sei verbesserungsfähig, und zuletzt fehle es an einem Pflegekonzept.

Verantwortlich für den Platz ist Marientals Gemeidedirektor Friedrich Rietz. Dieser weist die Vorwürfe des Clubs zurück. Die Pfege des Platzes, erklärte er auf Anfrage, werde von Ehrenamtlichen zuverlässig übernommen. Diese gingen bereits weit über ihr tägliches Pensum hinaus und würden auch Arbeiten erledigen, die nicht zu ihren Aufgaben gehören. Die Rezeption sei stets erreichbar, im Zweifel finde sich auf der Internetseite eine Mobiltelefonnummer. Abgesehen davon passierten inzwischen 99 Prozent aller Buchungen online. Deren Zahl habe sich seit 2012 nahezu verdreifacht. Alles brauche aber seine Zeit, so Rietz zur Kritik am Pflegekonzept: „Wenn jeder Camper, auch die Mitglieder des Camping-Clubs, ein kleines Stück für Sauberkeit sorgt, dann sind wir schon einen großen Schritt gegangen“, sagte er und bot an: „Für Menschen, die sich einbringen möchten, haben wir immer ein offenes Ohr.“ Übrigens: Die Online-Bewertungen für den Platz lesen sich durchweg positiv.
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