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Jetzt knallt’s aber richtig

Die Lager sind gut gefüllt. Wenn am Donnerstag das Feuerwerk in den freien Verkauf kommt, ist Edeka im Brawo-Park auf den Ansturm – vor allem von Männern – gerüstet. Hier der stellvertretende Martkleiter Fabian Haut (r.) und Marcus Kaftan, stellvertretender Abteilungsleiter Non-Food. Fotos: Thomas Ammerpohl
 
Patrick Unger (Ohlendorf) mit zwei Neuheiten – einem aufwendigen Batteriefeuerwerk und Kanonenschlägen, die fast an den Effekt der sogenannten „Polen-Böller“ herankommen, im Unterschied zu diesen aber legal auf dem Markt sind.

Tipps für das Silvesterfeuerwerk.

Von Birgit Leute, 28.12.2016.

Braunschweig. In den Lagern türmen sich die Kartons fast bis zur Decke: Wenn Morgen der Startschuss für den Verkauf des Silvesterfeuerwerks fällt, sind die Händler vorbereitet. Vom Böller bis zum Batteriefeuerwerk – jeder Wunsch kann erfüllt werden. Dabei ist der Trend zu immer aufwendigeren Effekten ungebrochen.

„Einfache Böller sind eigentlich out. Wenn, dann muss inzwischen richtig knistern, knallen und leuchten“, weiß Patrick Unger von Ohlendorf.
Mit einem Schnaufen wuchtet er eines der diesjährigen Highlights auf den Tresen: „Monte Carlo“. Mehr als ein Kilo wiegt das Batterie-Feuerwerk, das
80 Sekunden lang 150 Schuss in den Himmel abfeuert. „Kometen, Buketts, Effektsterne – da ist alles drin und zum Ende steigert es sich dann noch mal zum großen Finale“, sagt Unger.

Ganz billig sind solche Batterien nicht. Bis zu 100 Euro kosten die aufwendigsten. Und damit die Kunden nicht die Katze im Sack kaufen und vorab wissen, wofür sie ihr Geld ausgeben, bieten manche Geschäfte wie Edeka im Brawo-Park vorher sogar ein Musterschießen an.

„Wir haben dafür den Parkplatz abgesperrt und eine Sprengmeisterin engagiert“, erzählt der stellvertretende Marktleiter Fabian Haut. Bis zu 300 Zuschauer hätten in diesem Jahr das Spektakel verfolgt – die meisten von ihnen Männer. „Frauen kaufen eigentlich wenig bis nie Böller“, sagt Haut und nimmt sich von dem offensichtlich männlichen Drang, am Jahresende noch mal richtig über die Stränge zu schlagen und möglichst viel und laut Krach zu machen, nicht aus. „Silvester ist meine Jahreszeit“, sagt Haut lachend.

Wer auf Nummer sicher beim Feuerwerk gehen will, sollte auf das Zeichen „VPI“ achten. Dahinter verbirgt sich der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI). Von den im VPI organisierten Firmen wird gewährleistet, dass die Produktion dieser Feuerwerke nicht nur den EU-Richtlinien entspricht, sondern auch die nationalen Regelungen des Sprengstoffgesetzes beachtet werden.

„Gefährlich sind vor allem die, die über Osteuropa nach Deutschland kommen und auf einem immer größer werdenden grauen Markt erhältlich sind“, sagt Patrick Unger von Ohlendorf. Solche Böller hätten nicht nur einen besonders großen Anteil an Schwarzpulver, sondern auch noch einen Blitzknallsatz, der sie zu wahren Sprengsätzen mache. „Solche Donnerschläge sind im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich“, weiß Unger.

Inzwischen gibt es deutsche Hersteller, die diesen Trend aufgreifen und besonders laute, aber eben auch legale Böller in den Handel bringen. „Die nutzen zum Teil bis zu sechs Gramm Schwarzpulver pro Knaller – also den höchstzulässigen Satz – und machen schon ganz schön Krach“, sagt Unger.

Das rät der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) beim Abrennen von Feuerwerken:

• Lesen Sie die Gebrauchsanweisungen der Hersteller genau durch.
• Verwenden Sie nur Feuerwerk mit einer Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM-PI oder PII plus Zahl) oder CE-Zeichen und Registrierungsnummer.
• Nutzen Sie nie selbst gebaute oder ungeprüfte Feuerwerkskörper.
• Achten Sie auf die Einhaltung der Altersvorschriften.
• Bewahren Sie die Feuerwerkskörper nicht am Körper, in Hosen- oder Jackentaschen auf und nie zusammen mit Streichhölzern oder Feuerzeugen.
• Halten Sie Fenster und Türen zur Jahreswende geschlossen, damit keine Raketen in Ihre Wohnung fliegen können.
• Brennen Sie Feuerwerk nur im Freien mit ausreichendem Abstand zu Menschen, Tieren und Gebäuden ab.
• Auf keinen Fall sollten Feuerwerkskörper so gestellt werden, dass Schüsse in Richtung der Zuschauer gehen – auch auf umstehende Bäume oder Häuser sollte geachtet werden.
• Pyrotechnische Gegenstände nicht in Türen und Fenster oder auf Dächer werfen.
• Starten Sie Raketen nie aus der Hand, sondern nur senkrecht aus standsicheren Flaschen, zum Beispiel aus Getränkekisten oder aus eingegrabenen Rohren.
• Verkürzen Sie weder Zündschnüre noch bündeln Sie Feuerwerkskörper.
• Wenn Feuerwerkskörper nicht zünden, übergießen sie diese mit Wasser, da die Zündschnur innerhalb des Feuerwerkskörpers noch brennen könnte. Falls beim Zünden einer Batterie an der Hauptzündschnur etwas schiefgeht, sollten Sie die Batterie mindestens 15 Minuten stehen lassen und sich nicht darüber beugen. Danach kann die Batterie an der Ersatzzündschnur angezündet werden (achten Sie auf die Gebrauchsanweisung).
• Halten Sie alkoholisierte Menschen von Feuerwerkskörpern fern.
• Stellen Sie Tischfeuerwerke auf eine feuerfeste Unterlage.
• Sollte es trotz dieser Tipps zu einem Unfall kommen, wählen Sie die 112.
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1 Kommentar
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Frank Gebauer aus Braunschweig - Nordstadt | 29.12.2016 | 10:46  
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